Dienstag, 27. Oktober 2020

VORSICHT und RÜCKSICHT

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die menschen sind oft unfähig, 
sich in den zustand eines anderen zu versetzen.

simone weil

die frage ist also nicht die, ob die methoden, die wir anwenden, gut oder schlecht sind, sondern ob sie zu erfolg führen. jedenfalls sind wir als nationalsozialistische volksführung jetzt zu allem entschlossen. wir packen zu, ohne rücksicht auf die einsprüche des einen oder des anderen.

joseph goebbels


ich möchte gerne in einer welt leben, in der ich mich selbst entfalten kann. gemeinsam mit meinen mitmenschen. mein erblühen ist umso schöner und bereichender, wenn sich rund um mich ebenso die knospen öffnen.
wie in einer wiese im mai, wo jede pflanze ihren platz hat und den raum, gemeinsam mit ihren mitbewohnerinnen, sich der sonne entgegenzustrecken.

ich wünsche, dass wir menschen erkennen, wie wertvoll jedes einzelne leben ist. jedes wesen, das dieses licht der welt erblickt, braucht liebe, geborgenheit, vertrauen. es braucht raum, um seine innewohnenden talente entfalten zu können.
wir alle tasten uns ins leben hinein, sind verwundbar und stark zugleich.

wir leben in einer unsicheren welt, die vergangenen erfahrungen helfen uns zu überleben. und doch stoßen wir immer wieder an unsere grenzen, sind neuen gefahren ausgesetzt und müssen lernen, uns neu anzupassen.

gerade jetzt, im angesicht einer viruserkrankung, die in nie geahntem ausmaß unser aller leben durcheinander würfelt... gerade jetzt brauchen wir einander. wir müssen wieder lernen, aufeinander rücksicht zu nehmen und vorsicht walten zu lassen. auch wenn manche glauben, dass sie sich nicht infizieren werden. auch wenn einzelne denken, dass es dieses virus gar nicht gibt. 

eine gemeinschaft überbrückt hindernisse nur dann, wenn sie zusammensteht, aufeinander achtet und das gemeinwohl über eigene egoistische befindlichkeiten stellt.








 

Dienstag, 22. September 2020

MORIA

https://www.rd.nl/image/contentid/policy:1.1695980:
1600428593/2020-09-19-OPN1-SGP-over-kamp-
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     wo aus übermut sanftmut und 
aus wankelmut wandelmut wird,
     wo aus eigensinn gemeinsinn,
     aus leid mitleid, aus hartherzigkeit barmherzigkeit
    aus vergeltung vergebung, aus sorge fürsorge, 
     aus vorherrschaft partnerschaft und aus dem
     geschöpf mensch das mitgeschöpf wird - 
     da wird aus dem menschen ein mitmensch.

    friedrich schorlemmer


kennst du das buch "die schande europas" von jean ziegler? er hat viele jahre führende positionen in der organisation der vereinten nationen bekleidet. dieses jahr erschien sein buch, in dem er das tragische schicksal der menschen im flüchtlingslager moria beschreibt. man muss schon ein hartes herz haben, wenn man beim lesen dieses buches nicht in tränen ausbricht. und da spreche ich von LESEN...
unvorstellbare zustände im 21. jahrhundert in europa.
zu wenig zu essen, kaum sanitäre einrichtungen, schlafen unter plastikplanen und keine perspektive.

die führende regierungspartei österreichs war und ist nicht bereit, selbst ein paar hundert kinder aufzunehmen. ich schäme mich für diese menschen. 
ja, das lager wurde wahrscheinlich von einigen insassen in brand gesteckt.
darüber kann man denken, wie man will...
doch was ist mit den frauen und den kindern?
sie haben ihr leben riskiert, alles hinter sich gelassen und sind nun von einer hölle in die nächste geraten.

es scheint, dass mit zunehmendem wohlstand die hilfsbereitschaft der menschen sinkt. paradox...
je weniger die menschen besitzen, umso mehr sind sie geneigt, anderen hilfbedürftigen von dem bisschen, was sie ihr eigen nennen, zu geben.
je mehr sie besitzen, desto größer wird die angst, etwas zu verlieren.

covid 19 hat alle im griff - ob arm oder reich. und die wirtschaftlichen folgen sind unabsehbar. viele werden wahrscheinlich ihren job verlieren und auf so manches verzichten müssen. und doch... haben alle ein dach über dem kopf, gute medizinische versorgung und es gibt finanzielle überbrückungshilfen.

die flüchtlinge auf lesbos haben zur zeit nicht einmal genügend zu essen, leben auf der straße und bekommen weder finanzielle noch mentale hilfe. 

geben ist seliger denn nehmen.
wer gibt, dem wird gegeben.

eines tages, früher oder später, werden wir alles materielle zurücklassen müssen.
wir könnten als vorbereitung jetzt beginnen zu teilen.
wir könnten unser herz öffnen und darauf vertrauen, dass für alle genug vorhanden ist.

ich hoffe inständig, dass wir uns besinnen und denen, die am dringendsten hilfe benötigen, zur seite zu stehen - und das sind vor allem die kinder.






    

   

                                             

        

        
 

Sonntag, 30. August 2020

AKZEPTANZ und GLÜCKSGEFÜHLE

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es gibt nichts schöneres als geliebt zu werden. geliebt um seiner selbst willen oder vielmehr trotz seiner selbst.

victor hugo

das glück wohnt nicht im besitze und nicht im golde,
das glücksgefühl ist in der seele zu hause.

demokrit

ich hatte in den letzten tagen mehrmals momente so intensiver gücksgefühle, dass mir vor lauter freude über diese gefühle tränen in die augen stiegen.
das hat mich beschäftigt...

woher kommt diese kraftvolle welle der glückseligkeit
und wieso kommt diese welle ohne sichtbaren anlass?

je mehr ich darüber nachdenke und in mich hineinfühle, umso mehr fakten tauchen aus dem unsichtbaren auf.
äußerliche gegebenheiten und innerliche zustände.
und über allem DANKBARKEIT.

was die dinge und prozesse im außen betrifft, habe ich gelernt, alles zunächst zu akzeptieren, wie es ist - unabhängig davon, ob ich es als gut oder schlecht bewerte.
dies gelingt mir zwar nicht immer gleich, doch mit ein wenig abstand dann doch.

denn es ist eines klar: ob ich etwas akzeptiere oder nicht, die tatsache, dass es so ist, bleibt. 
diese erkenntnis war für mein leben essentiell. 
seitdem ich gelernt habe, das leben so anzunehmen, wie es ist und vor allem MICH und die menschen rund um mich so zu akzeptieren, wie wir sind, empfinde ich mein leben als unbeschwerter und reicher.

und je mehr ich darüber nachdenke, bin ich mir sicher, dass akzeptanz der schlüssel zum glück ist.

ist denn akzeptanz nichts anderes als bedingungslose liebe?

und was wünschen wir uns von unseren engsten mitmenschen? nicht genau das? dass man uns liebt, so wie wir sind? und wieso tun wir es nicht selbst? wieso messen wir so oft mit zweierlei maß? niemand und nichts ist vollkommen auf dieser erde! 

ich weiß nicht mehr, wer diesen satz zu mir gesagt hat, aber er fällt mir gerade ein: 
nimm alles, wie es ist... und mach das beste draus!

ich habe im laufe meines lebens gelernt: die sonne, die mit ihren wärmenden strahlen alles in ihrem bannkreis erhellt, zaubert im selben moment einen schatten dahinter, der alles in seinem bannkreis abkühlt und abdunkelt. wo licht ist, da ist auch schatten.
so ist das leben.
also umarmen wir beide - licht und schatten - denn wir brauchen auch beide.

wir brauchen mitmenschen, die unsere schatten ins licht stellen, damit wir sie erkennen und akzeptieren
dann bemerken wir: 
es um ist die eigenschaft, die wir ablehnen. nicht das gegenüber, das "gefäß", das diese eigenschaft trägt. 
es geht ums innen, nicht ums außen. 
und darum wird es auf einmal ganz einfach, andere menschen zu akzeptieren... denn sie sind gefäße für unendlich viele inhalte!

dass ich diese erkenntnis in mein leben und mein handeln integriert habe, das alleine erfüllt mich mit einem unglaublichen glücksgefühl.

das gesetz der resonanz ist immer aktiv! 
wie ich auf dich zugehe, so wirst du früher oder später auch auf mich zugehen!
je mehr ich meine schatten akzeptiere, kann ich auch deine schatten annehmen.
ich muss sie nicht für gut befinden, denn ich kann jederzeit beginnen, meine dunklen ecken und innenräume zu erhellen - indem ich gewohnheiten ablege, verändere... indem ich offen und bereit werde für neues... und von anderen menschen lerne!







Mittwoch, 26. August 2020

ALTWEIBERSOMMER

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A msel, star und kranich fliegen in den süden
L ibellen summen leiser in den wiesen
T rage ich heute noch einen sommerhut
W ilder sturm bläst ihn morgen in die flut
E inen wunderschönen sommer hatten wir
I m warmen weißen sande lief ich mit dir
B lätter golden fallen, taumeln auf den boden
E rste kleine spinnen haben ihr netz gewoben
R ehe finden noch futter auf dem stoppelfeld
S chon ist der acker für das nächste jahr bestellt
O h ja wir freuen uns auf den pflaumenkuchen
M it den kindern werden wir eicheln suchen
M anch nase wird gestreichelt von den fäden
E iner zauberspinne die winzig wie die feen
R iechst du den duft, vom herbst die feine luft!
(shalimee)

liebst du den spätsommer auch so sehr wie ich? 
die morgenluft ist klar und kühl, leichte nebel weichen der aufsteigenden sonne, die wiesen sind nass vom tau und bleiben es bis in den vormittag hinein. spinnweben glänzen in der tiefen sonne, der wind treibt die fäden nach irgendwo...
die reifen früchte leuchten von den bäumen und sträuchern, die blumen sind am verblühen, es ist die zeit der ernte!
dieses jahr genieße ich den spätsommer ganz besonders - dank covid 19...
denn wir haben uns entschieden, unseren urlaub zu hause zu verbringen und so genieße ich jede freie stunde im garten. 

schon als kind war ich am liebsten in der natur und mein größter wunsch ging in erfüllung: ich wollte gemüse- und blumenbäuerin werden und nun bin ich es!
ich lebe seit beinahe sieben jahren in ulrichsberg und darf mich im riesigen garten nach lust und laune austoben. von jahr zu jahr hält die natur mehr und mehr einzug und so blühen mittlerweile wieder steinnelken, johanniskraut, nachtkerze und glockenblumen... was sich ansamt, darf bleiben und so leuchten an so manchen stellen unerwarteterweise sonnenblumen mit der sonne um die wette.

ich liebe gemüse, daher wird alles angebaut, was im mühlviertel gedeiht...
und ich sage dir, es gedeiht seeeehr viel!

und nun, wo vieles reif geworden ist, geht es nicht nur ans verspeisen, sondern auch ans verwerten für später. wie sehr freue ich mich, wenn ich im winter in den duft und geschmack des sommers eintauchen kann...

die bezeichnung altweibersommer verbindet die langen spinnwebfäden mit den weißen haaren alter frauen...sie bekommt für mich eine ganz besondere bedeutung: nächstes jahr werde ich am 1. september in pension gehen. und dann werden meine weißen haare über die wiesen und beete wehen...



Donnerstag, 30. Juli 2020

SOMMERDUFT

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sommernachmittag

am ersten warmen nachmittag
saß ich auf meiner bank.
weichgrün quoll aus buchenblättern,
die blinzelten ins sonnenlicht und
spielten fangen auf dem gras.
dazwischen taumelte
ein kleiner schmetterling, zitronengelb,
der zeigte mir,
dass man nichts suchen muss.

levrai

der duft des sommers - ach, könnte ich ihn in gläser abfüllen und später, an nebelgrauen novembertagen mich im zauber der vergangenen heißen tage baden und in die lauen sommernächten hineinträumen...
der wehmütige blick in den kalten winter... ich weiß, alles ist vergänglich (auch die kalten tage). 

der duft, ätherischer gruß des himmels, entfaltet sich in der heißen sommersonne zu einem überschwänglichen, alles umhüllenden feinstofflichen gewebe, lässt mich schweben, raum und zeit entrücken und kurz blitzt ein wunsch auf: 
hier möcht´ich ewig bleiben...

der duft des thymians, unscheinbar am wegesrand, am kargen boden, dringt empor durch meine nase ins gehirn und ruft all die wunderbaren vergangenen erlebnisse zurück ins jetzt. 
ein spaziergang entlang der felsigen meeresküste irgendwo in griechenland... und plötzlich dieser duft... übertönt das salz des meeres und lässt mich innehalten. 

glückseligkeit, 
hier und jetzt, 
kein gestern, kein morgen...

und ein lied erklingt in mir - the summerwind came blowin´ in from across that sea...

Mittwoch, 29. Juli 2020

alles hat seinen PREIS

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alles hat seinen preis. sogar das, worauf wir nicht den geringsten wert legen.

wolfgang mocker

alles hat seinen preis - besonders die dinge, die nichts kosten.

art van rheyn

alles hat seinen preis. aber nicht jeder preis hat seinen wert.

 walter ludin

jede entscheidung zieht ihre konsequenzen nach sich... jede aussage, jede handlung, die wir treffen, hat folgen. manchmal scheuen wir den schritt ins ungewisse und verharren im gewohnten. auch das hat eine konsequenz, auch das hat seinen preis.

ich erinnere mich an eine diskussion, in der es um frauen und gewalt ging... ich sagte, dass ich es nicht verstehen könnte, wenn eine frau, die es geschafft hatte, ihren gewalttätigen mann zu verlassen, dann doch wieder zu ihm zurückkehrte. und ich bekam eine kluge antwort: weil sie vertraut war mit diesem leben und sie angst vor dem schritt in ein neues leben hatte. denn sie könnte ja auch vom regen in die traufe geraten. und davor hatte sie mehr angst als vor ihrem gewalttätigen mann. 
leiden ist leichter als lösen. 
es scheint so. 
und das ist tragisch.

manchmal fragt man sich, was muss passieren, dass man den ersten schritt tut...
es braucht mut.
und es braucht ein inneres bild.
ein ziel, wofür es sich lohnt, diesen ersten schritt zu tun.

ich erinnere mich auch an ein buch, das ich gelesen habe: 5 dinge, die sterbende am meisten bereuen.
die autorin, bronnie ware, hat als palliativschwester viele menschen auf ihrem letzten weg begleitet.
"ich habe nicht mein leben gelebt, sondern das getan, was andere von mir verlangt haben."
diese und ähnliche aussagen hörte bronnie ware sehr oft...

wie soll deine rückschau am ende deines lebens aussehen?

ich möchte sagen können, dass ich mich redlich bemüht habe, meinen ureigenen weg gegangen zu sein. dass ich manchmal umwege gegangen bin und manchmal die kürzeste route eingeschlagen habe. dass ich auch so einige male zauderte und angst hatte vor neuem. doch dass ich immer wieder in mich hineingehorcht habe und meiner intuition gefolgt bin. 
dass ich aus allem gelernt habe und mich weiterentwickelt habe. 
dass alles seinen preis hatte... und ich ihn gerne bezahlt habe!





Freitag, 17. Juli 2020

VERTRAUEN und KONTROLLE

http://www.mondealaveclunivers.com/
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wer die medien kontrolliert, kontrolliert den verstand.

jim morrison


die meister sehen die dinge, wie sie sind,
versuchen jedoch nicht, sie zu kontrollieren.
sie lassen sie ihren eigenen weg gehen 
und wohnen im mittelpunkt des kreises.

krishnamurti


seitdem wir ins digitale zeitalter eingetreten sind, haben wir zugriff zu allen informationen, wir können unser leben weitgehend so gestalten, wie wir es möchten, viele handgriffe wurden uns abgenommen - beinahe ein paradiesisches leben...
niemand steht neben oder hinter uns und verfolgt uns auf schritt und tritt, endlich freiheit!
und doch beschleicht mich von zeit zu zeit ein unangenehmes gefühl in der magengegend.
wer hat zugriff zu welchen daten? alles ist irgendwo in einer "wolke" gespeichert" - schon allein dieses wort "cloud" lässt assoziationen aufkommen... wolken sind nicht greifbar, entstehen irgendwo, lösen sich irgendwo wieder auf, verändern sich ständig und niemand kann ihr dasein beeinflussen.

wir bewegen uns täglich im digitalen dunst, laden daten auf unser handy, versenden fotos, bezahlen mit der kreditkarte, schreiben kommentare... und vertrauen darauf, dass all das vertraulich behandelt wird.

der mensch möchte vertrauen, dass er gut behandelt wird.
und je weniger kompliziert das leben erscheint, umso mehr vertraut der mensch.
denn es erscheint uns, dass wir alles im griff haben!

doch wer versteht die algorithmen außer diejenigen, die sie erschaffen?
die künstliche intelligenz zieht ihre kreise durch alle lebensbereiche, unaufhaltbar und alles wird smart!

zuerst wird die produktion automatisiert und dann die gesellschaft - china ist vorreiter auf diesem gebiet!

all die daten, informationen, neigungen, die wir seit jahren preisgegeben haben, sind gespeichert und werden auch verwendet. 

es ist also wichtig, dass wir uns selbst kontrollieren, was wir wie und wo zur kenntnis bringen wollen. 
vertrauen wir den menschen in unserem engeren umfeld und seien wir vorsichtiger mit den menschen, die wir nur nicht kennen!





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