Samstag, 23. Juli 2016

RELIGION...

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in dunklen zeiten wurden die völker am besten durch die religion geleitet, wie in stockfinstrer nacht ein blinder unser bester wegweiser ist; er kennt dann wege und stege besser als ein sehender. es ist aber töricht, sobald es tag ist, noch immer die alten blinden als wegweiser zu gebrauchen.

heinrich heine




es scheint, dass unsere zeiten wieder dunkler werden…
doch ich bin mir sicher: der schein trügt.

es gibt wohl interessen und kräfte, die danach trachten, zwist, missgunst und hass zu mehren. und vor allem die angst am köcheln zu halten. 
denn wenn anstelle der angst vertrauen und respekt hervortreten, dann schwinden alle diese irregeleiteten strategien der angst.

durch die terroranschläge wird die angst vor dem islam verstärkt. besser gesagt, die angst vor den muslimen (muslim, arabisch = gottergeben).
und man wäre dumm,wenn man die fanatisierung und radikalisierung von muslimen negierte oder ignorierte.
es stellt sich daher die frage, wie man mit diesen entwicklungen umgeht.

wir menschen aus den industrialisierten westlichen ländern sind ja schon seit jahrhunderten der meinung, dass die art, wie wir leben, das maß aller dinge ist. das ist die benchmark, also die richtschnur, nach der sich der rest der welt zu orientieren hat.
oder wäre der ausdrück "sich zu unterwerfen hat" adäquater?

es ist zwar schon ein paar jahrhunderte her, als unsere christlichen vorfahren auszogen, um mit und ohne waffengewalt ihren glauben zu verbreiten. viele andersgläubige menschen (heiden) mussten ihr leben lassen, kultstätten wurden systematisch zerstört, es wurde geraubt, geplündert, vernichtet…im namen gottes.

es stört die christen überhaupt nicht, dass überall auf der welt kirchen, kathedralen, klöster und andere zeichen des christlichen glaubens errichtet wurden.
wir haben ja religionsfreiheit.
im artikel 18 der allgemeinen erklärung der menschenrechte (uno) heißt es:
"jeder mensch hat das recht auf gedanken-, gewissens- und religionsfreiheit. dieses recht umfasst die freiheit, seine religion oder weltanschauung eigener wahl zu haben oder anzunehmen, und die freiheit, seine religion oder weltanschauung allein oder in gemeinschaft mit anderen öffentlich oder privat durch gottesdienst, beachtung religiöser bräuche, ausübung und unterricht zu bekunden…"

nun ja, papier ist geduldig. 
und solange die moslems ihre religion in weit entfernten ländern ausüben und die wirtschaftlichen interessen der westlichen welt dadurch nicht gestört werden, ist die welt ja in ordnung! 

alles auf dieser welt unterliegt dem gesetz von ursache und wirkung. alles und wir alle sind miteinander verflochten. 
wir rufen zwar in den wald hinein, aber das echo wollen wir nicht hören. 
wir haben es auch schon lange nicht mehr gehört. 
wir laufen schon seit viel zu langer zeit mit ohrstöpseln durch die welt. 

es ist an der zeit, dass wir respekt üben. 
uns selbst gegenüber und unseren mitmenschen gegenüber. 
dadurch wird die gewalt in dieser welt nicht sofort verschwinden. 
doch die notwendigkeit wird abnehmen. 
sukzessive. 
unaufhörlich.

bis es eines tages nicht mehr notwendig sein wird, sich der krücke religion bedienen zu müssen.

denn dann, eines fernen tages, wird sich jeder mensch selbst repektieren, behutsam und einfühlsam mit sich selbst umgehen und die mitmenschen genauso behandeln wie sich selbst!

Freitag, 15. Juli 2016

TERROR

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je gewaltsamer jemand das verbrechen und den terror bekämpfen will, desto größer die wahrscheinlichkeit, dass er an den ursachen von deren entstehung beteiligt ist.

gerald dunkl




"was siehst du aber den splitter in deines bruders auge und den balken in deinem eigenen auge bemerkst du nicht?" 
viele von uns kennen dieses bibelzitat (matthäus 7,3) - die bedeutung dieses ausspruchs soll uns aufrütteln, aufrütteln, aufrütteln… seit hunderten jahren. und wie viele weise menschen werden zuvor ähnliche worte gesprochen haben?

WANN möchtest du beginnen, vor deiner eigenen haustüre zu kehren?
WANN?
WANN, wenn nicht JETZT?
was hindert dich daran?
angst?
unsicherheit?
wie wäre es mit VERTRAUEN?
mit ZUVERSICHT?
mit (SELBST)LIEBE?

wir hören fassungslos berichte über die sich mehrenden attentate, terroristischen angriffe.
angst greift um sich. 
wo kannst du noch sicher sein?
wer wird der/die nächste sein?
wie viele terroristen werden wohl schon unter uns sein?

all diese gedanken führen die spirale nach unten. ich sage deswegen nach unten, weil es sich für menschen so anspürt. negative, angstbesetzte gedanken beschweren, lähmen und eines tages bist du unfähig, dein leben selbst in die hand zu nehmen.
sei getrost, es werden menschen da sein, die sich gerne deines lebens annehmen.
und du bestimmst, wer es ist und was geschieht. 
mit deinen gedanken.

du kannst jetzt denken: so ein schwachsinn. schwarz-weiß-malerei. esoterisches geschwätz...
es ist dennoch so:
ich bestimme, was in meinem leben passiert.

und angesichts der aktuellen entwicklungen ist es von äußerster dringlichkeit und absoluter notwendigkeit, dass wir alle SOFORT die qualität unseres denken adjustieren.
dass wir starten, uns selbst so zu akzeptieren, wie wir sind. 
dass wir uns LIEBEN, LIEBEN, LIEBEN mit all unseren schwächen, nöten, ängsten und unfehlbarkeiten. 
nobody is perfect!
je mehr du deine inneren terroristen akzeptierst und liebevoll in FRIEDENSLICHTER verwandelst, umso mehr wird sich dieser prozess im äußeren spiegeln.

terror in der welt startet immer mit terror in uns selbst.
verurteile weder dich noch deine mitmenschen. 
achte dich und achte deine mitmenschen.
liebe dich selbst.
beginne JETZT.

zum beispiel mit täglicher beobachtung. 
beobachte dich, 
was du denkst, 
was du fühlst, 
was du sagst, 
wie du auf andere reagierst. 
so oft wie möglich.

sei einfühlsam mit deinen inneren terroristen.
lerne sie zu verstehen.
lerne sie zu lieben.
und dein gefühls- und gedankenterror wird immer mehr verblassen.

das ist der wichtigste beitrag für frieden in der welt.
starte DEIN FRIEDENsprogramm!

Donnerstag, 14. Juli 2016

OFFENBARUNG

wiener zentralfriedhof, september 2014
copyright©karin luger




lernt der mensch die erste wichtige regel, dass alles, was ist, gut ist, weil es ist, so kehrt immer mehr ruhe und frieden in ihm ein. erst in dieser ruhe lernt er die dinge zu betrachten, und sie werden ihm ihren sinn offenbaren. man löst sich allmählich von der fixen idee, für oder gegen etwas kämpfen zu müssen, ohne dadurch untätig zu werden. der mensch nämlich, der glaubt, durch seine aktivität die welt verändern zu können, merkt meist nicht, dass er in wirklichkeit sklave der verhältnisse geworden ist, die ihn verändern.

thorwald dethlefsen



wie viel ruhe und frieden spürst du in dir?
schaffst du es, dich und alles um dich herum zu akzeptieren, so wie es ist?
wogegen kämpfst du an?
was stört dich?
das sind wichtige fragen, die es wert sind, ehrlich beantwortet zu werden…

wenn wir uns umsehen, bemerken wir, dass es turbulenzen gibt. 
stürme brausen über die länder, schwere regenfälle und gewitter vernichten lebensgrundlagen der menschen - die feuerwehren des landes sind im dauereinsatz (nebenbei erwähnt: viele menschen arbeiten ehrenamtlich bei der feuerwehr… DANKE!).

wenn wir uns umsehen, bemerken wir, dass es turbulenzen gibt. 
viele menschen leiden an schlaftstörungen, tinitus, depressionen, panik-attacken - die praxen der ärzt.innen, psychotherapeut.innen und ernergetiker.innen sind auf monate hin ausgebucht.

wenn wir uns umsehen, bemerken wir, dass es turbulenzen gibt.
wenige menschen haben es in ihrer nimmersatten habgier geschafft, in den club der reichen aufzusteigen. es sind wenige und ihr reichtum ist gigantisch. 
gemäß einer aktuellen studie von mckinsey sind in 25 wohlhabenden staaten von 2005 bis 2014 für ca. 540 millionen menschen die realeinkommen gleich geblieben oder gesunken. und die prognosen sind düster. 
der trend wird sich fortsetzen. 
selbst bei anziehender wirtschaftsleistung, wenn weiterhin die automatisierung der menschlichen arbeitskraft vorgezogen wird.

wenn wir uns umsehen, bemerken wir, dass es turbulenzen gibt.
der rassismus nimmt zu. die gewalt in worten und taten wird sicht- und hörbar.
ängste werden geschürt. vor kriminalität, vor dem islam, vor den terroristen… und diejenigen, die diese ängste schüren, schüren auch die gewaltbereitschaft.

all dies lehrt uns eines:
für einen frieden im außen benötigt es zuerst den frieden im inneren.
damit sich die äußerlichen turbulenzen beruhigen können, ist es wichtig, dass jeder einzelne mensch frieden mit sich selbst schließt.

beobachte dich. 
täglich. 
vor allem, wenn du ärgerlich wirst. 
höre dir zu. 
was denkst du über dich und andere? 
was und wie sprichst du?

mache jeden tag für 10 minuten eine atemübung: 
setze dich aufrecht hin oder lege dich auf den rücken.
atme durch die nase ein und zähle im geist 1,2,3,4
atme durch den mund aus und zähle im geist 1,2,3,4,5,6
nicht mehr, das ist alles.
wann immer du bemerkst, dass deine gedanken abschweifen, kehre zurück zum zählen.
mache diese übung in liebe und voller hingabe. nur für dich. 

dann wird dir die liebe und der frieden auch im außen offenbart.

Freitag, 8. Juli 2016

wieviel SCHUTZ benötigt die SEELE?

porto colom, mallorca 2014
copyright@eva neuburger



eine liebende seele ist unbesiegbar.

william butler yeats


eine gesunde seele erträgt alles, 
eine kranke nicht einmal das glück.

august pauly




unser leben ist ein auf und ab zwischen schmerz und glück - in unterschiedlichen intensitäten. und alles erlebte ist ein teil von uns. 
es stellt sich die frage: wie gehen wir mit all diesen erlebnissen um? vor allem mit den schmerzhaften…

es scheint, dass das schmerzhafte in der kategorie "negativ, unerwünscht, bestrafung" abgelegt wird und viele anstrengungen unternommen werden, damit der schmerz nicht mehr spürbar wird. wir sind ja keine masochisten!

ich habe lange zeit meine wunden ignoriert, habe aufkeimende schmerzhafte erlebnisse und erinnerungen sofort verdrängt. und ich habe für meinen schmerz immer eine "schuldige" person gefunden. passt gut ins verdrängungsschema! denn wenn jemand anderer die schuld hat, dann hat auch dieser jemand andere etwas zu ändern. und nicht ich!

heute, nach vielen jahren der beschäftigung mit mir selbst (welche unaufhörlich anhält - hoffentlich bis über meinen tod hinaus…) weiß ich, dass das schönste geschenk, das ich mir jemals gemacht habe, das zulassen des schmerzes war. gut, im moment des zulassens und auch noch einige zeit danach tut es weh… aber nicht mehr so stark wie damals, als mich der schmerz zum ersten mal erfasste. jedes mal, wenn ich mich dem schmerz öffne, dann spüre ich, wie der schmerz sich mehr und mehr von mir entfernt, wie er immer leichter wird. und danach ist stille im körper. und die seele atmet auf.

wenn menschen davon sprechen, dass sie sich vor "schlechten" einflüssen schützen "müssen", dann meinen sie meist, dass sie selbst so bleiben wollen, wie sie eben sind und dass sie eine "schutzmauer" rund um sich errichten. dass sie härte entwickeln. man kann sich ja nicht um alle probleme der mitmenschen kümmern…
das ist ein wahres wort!

wenn wir uns einen genügend starken schutzpanzer geschaffen haben, sodass das schmerzhafte uns nicht mehr berühren kann und wir uns erfolgreich nicht mehr um die probleme der andern KÜMMERN, ist unsere seele VERKÜMMERT.

der beste schutz für meine seele besteht darin, dass ich mich von meinem seelenschmerz  berühren lasse, dass ich mir liebe und trost schenke, dass ich vertrauen entwickle.

dann kann ich auch vom schmerz meiner mitmenschen berührt werden ohne dass es mich in meinen grundfesten erschüttert. 
und dann kann ich den menschen zuhören, mich einfühlen und wir können gemeinsam wachsen!

Sonntag, 3. Juli 2016

NUTZLOS…

euböa, griechenland, august 2015
copyright@karin luger





wenn du einen vollkommen nutzlosen nachmittag auf vollkommen nutzlose weise verbringen kannst, hast du gelernt zu leben.

lin yu tang






ich erinnere mich noch sehr gut an die zeit nach meinem geregelten leben als bankerin.
endlich frei, mit der seele baumeln, alles das tun, was vorher nicht möglich war…

gut, zunächst war ich 10 monate unterwegs - sozusagen der freibrief für ein unbeschwertes leben. wenn du auf reisen bist, tust du ja auch was. du lernst neue kulturen kennen, bist auf der suche nach quartieren, nach interessanten locations, lernst neue menschen kennen…

doch dann kam ich nach hause.
und nach einer kurzen akklimatisierungsphase tauchten die alten, schon fast vergessenen verhaltensmuster mit einer ziemlichem vehemenz wieder auf. 
du musst etwas leisten. 
du kannst nicht einfach nur so herumsitzen. 
du brauchst einen job. 
wer nichts arbeitet, ist ein nichtsnutz.

ich hatte mich so darauf gefreut, auch in österreich noch ein wenig die freiheit zu genießen, bevor ich mich wieder in die arbeitswelt eingliedern würde.
doch irgendwie wollte das mit der freiheit nicht wirklich gelingen.
ich hatte ständig ein schlechtes gewissen.
und so tat ich unentwegt irgendetwas, damit ich nicht nutzlos herumsitzen würde. ich konnte nicht einmal einen roman lesen. auch das war für mich eine reine freizeitbeschäftigung und die war ich mir nicht vergönnt. 

bis ich eines tages mit mir selbst zu sprechen begann:
mach doch mal die augen auf. 
du wolltest diese situation, du hast sie dir erträumt. 
jetzt ist es genauso, wie du es wolltest und du zappelst ständig herum. 
setz dich hin, schließe die augen und meditiere. 
punkt. 
das ist eine anweisung. 
ende der durchsage.
ich nahm mir meine anweisung zu herzen. und schritt für schritt lernte ich, auch zu hause die stunden des nichtstuns in mein leben zu integrieren. z.b. an einem wochentag - während alle anderen ihrer arbeit nachgingen - einfach in den wald zu spazieren. ohne ziel, einfach nur den duft der bäume einzuatmen, dem gesang der vögeln zu lauschen…

und ich sage nur eines:
SEHR EMPFEHLENSWERT!


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