Montag, 18. November 2013

entSCHEIDEN...

ottolenghi, london, november 2013
copyright©karin luger


es kommt für jeden der augenblick der wahl und der entscheidung: ob er sein eigenes leben führen will, ein höchst persönliches leben in tiefster fülle, oder ob er sich zu jenem falschen, seichten, erniedrigenden dasein entschließen soll, das die heuchelei der welt von ihm begehrt.

oscar wilde (1854-1900)




wieder einmal befinde ich mich an einem wendepunkt in meinem leben. 

viele jahre habe ich ein durchaus zufriedenenes, zuweilen auch sehr gückliches single-dasein geführt. in dieser zeit war ich allerdings nur zwei jahre wirklich alleine, denn die jahre zuvor verbrachte ich fast meine gesamte freie zeit mit meiner schwester susanne.

seit beginn diesen jahres bin ich mit einem wundervollen mann liiert, zu dem meine liebe von tag zu tag wächst. er verkörpert all das, was ich mir von einem mann gewünscht habe.
meine seele hat ihn sofort wieder erkannt, mein herz hat in der zwischenzeit schon ein paar "glücksluftsprünge" gemacht und mein verstand hat sich über diese tiefe vertrautheit sehr gewundert.
nun habe ich beschlossen, mit meinem liebsten zusammen zu leben. ich habe mich entschieden, meinen haushalt aufzulösen.
bis zum jahresende löse ich mich nun stück für stück von verhaftungen, von meiner vergangenheit.

ich spüre wieder einmal, dass jede entscheidung nicht nur sonnen-, sondern auch  schattenseiten hat.

alles im leben hat seinen preis. 
du kannst nicht alles vereinen, nicht alles behalten. 
es gibt momente, in denen du das eine loslässt, damit das andere vollständig wirken kann.
und du weißt im moment der entscheidung nicht wirklich, ob es die "richtige" wahl ist.
manchmal erscheint es besser, das altbewährte beizubehalten. dahinter steckt fast immer die angst vor dem ungewissen, dem noch nicht vertrauten, dem neuen.
seitdem ich einige wirklich große veränderungen in meinem leben zugelassen habe, weiß ich, dass es nicht wirklich gefährlich ist, neues terrain zu betreten. 
denn neu ist es nur genau einen augenblick, einen moment lang! 
der mensch hat eine unglaubliche begabung, sich an neue bedingungen, umgebungen anzupassen.

und sollte ich erkennen, dass sich die getroffene entscheidung als unpassend erweist, dann kann ich mich wieder neu entscheiden. ich muss nicht in situationen verharren, die mich unglücklich machen. ich habe immer unendlich viele wahlmöglichkeiten! einzig und allein mein verstand sagt mir, dass es keine wahl gibt. der verstand vergisst, dass alles seinen preis hat - auch die entscheidung, nichts zu verändern.

und so lasse ich zu, dass mein neugebinn gleichzeitig ein abschied ist und dass damit ein prozess der trauer auch notwendig ist. ich löse mich vom ballast der vergangenheit, trenne wesentliches vom unwesentlichen, damit die essenz in meinem herzen weiterleben kann.

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