Montag, 21. Februar 2011

die lehre der LEERE...

nevada, usa - september 2007
copyright © karin luger
"das ewige regt sich fort in allen,
denn alles muss in nichts zerfallen, 
wenn es im sein beharren will."
(johann wolfgang von goethe)






ich sitze im leeren wohnzimmer, ein paar schachteln - gefüllt mit nicht mehr benötigten dingen des alltags - warten auf den transport ins kumplgut. 
dort wird im mai ein flohmarkt stattfinden, der erlös kommt krebskranken kindern zugute, die auf eben diesem kumplgut 14 tage gratis urlaub machen können... hoffentlich sehr bald! wer auch immer von euch meinen blog liest und 10 euro im monat für eine gute sache übrig hat, ich würde mich freuen, wenn ihr eine patenschaft übernehmt (mehr darüber auf www.kumplgut.at) 


genau 14 jahre habe ich in dieser wohnung gelebt, vom 1.3.1997 bis zum 28.2.2011!
jetzt sitze ich hier und nehme abschied. lasse die erinnerungen kommen und gehen.


ja, hier in puchenau habe ich einige meilensteine gesetzt. 
meine diplomarbeit geschrieben und für die letzte große diplomprüfung gebüffelt. 
zwei bankenjobs gekündigt. 
meine weltreise vorbereitet... 
und nach dieser reise ein neues leben in angriff genommen. 
in meiner wohnung habe ich viel gelacht und viel geweint, genoss stunden der zweisamkeit und liebte die einsamkeit. 
habe aufgehört zu rauchen. und habe dem tetris-spiel abgeschworen. was quasi einer beendigung eines täglichen rituals gleichkam.
habe einen guten geist hereingetragen und lasse ihn nochmals ganz bewusst durch jeden raum ziehen...


ich nehme abschied von meiner vergangenheit. räume auf. innerlich wie äußerlich.
mache platz, damit die leere sich ausbreiten kann. innerlich wie äußerlich.
es ist ein auf und ab. manches erlebnis peitscht mich beinahe senkrecht nach oben, andere erlebnisse geben mir den geschmack von freiem fall.


ich erinnere mich der worte des thailändischen mönches phra saneh: don´t get attached!
ich mache einen schritt zurück und betrachte meine vergangenheit, die begleitenden gefühle und gedanken. es ist vorbeivor dem jetzt und doch bei mir ... all das macht mich aus. 


ich gehe durch die leeren räume, höre "solidao" von tom ze und spüre, wie der frieden der leere von mir besitz ergreift ... traurigkeit, bedauern, melancholie, zweifel, euphorie, schadenfreude, ausgelassenheit, spass und noch so viele befindlichkeiten mehr sind existent, doch sie haben sich von mir getrennt. 
ich bin ich. bin weder gefühl noch gedanke.


ich bin das gefäß, das ich soeben leere. werde leer und bin doch ein voll(ständig)es gefäß.







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