Sonntag, 27. November 2016

der STILLE advent






im advent, da kommt das licht - 
nur die erleuchtung folgt meist nicht.

bernd sieberichs





heute ist der 1. adventsonntag… 
ich erinnere mich an meine kindheit… der advent war eine ganz besondere zeit, vor allem die sonntage! wie sehr habe ich mich auf das gemeinsame feiern gefreut. meine mutter gestaltete die adventsonntage mit viel liebe - es gab kekse, bratäpfel und duftenden tee… und gedichte. knecht ruprecht von theodor storm, advent von rainer maria rilke - diese gedichte begleiten mich seit meiner kindheit, sie haben mich tief berührt. 
ich bin meiner mutter sehr dankbar, mir die welt der gedichte eröffnet zu haben.

gedichte und stille sind für mich wie geschwister. unzertrennlich.
in ein paar wenige worte gehüllt. kein tamtam.
und zwischen den worten die stille. die alles erfüllt.
die stille, die raum schafft, in dem sich die worte entfalten. 
entfalten zu ihrem sinngehalt, zu ihrer tiefe und gleichzeitig sich aufschwingen in den himmel, die grenzenlose stille

hast du dir vorgenommen, den advent stiller zu gestalten? ein wenig mehr besinnung?
wie wäre es mit einem gedicht - ein gedicht, einmal am tag gelesen. oder vielleicht sogar auswendig gelernt. 
du kommst nach hause, ziehst dir etwas gemütliches an, machst dir einen tee und ziehst dich zurück an deinem lieblinsplatz. schließe die augen, atme ein paar mal tief ein und aus. lass den alltag für ein paar minuten auf "stand by". und dann lies das gedicht, das du dir ausgesucht hast für deinen stillen advent. lies es ganz langsam mit bedacht. lass jedes wort auf deiner zunge zergehen… lass es nachwirken. atme noch ein paar mal bewusst ein und aus. 
und dann mache all das, was zu tun ist!

ich wünsche dir besinnliche adventsminuten - denn es geht nicht um die quantität, es geht um die qualität - ein paar minuten täglich sind etwas ganz besonderes, das du dir selbst schenken kannst!

Samstag, 12. November 2016

POPULISMUS

quelle: www.uni-giessen.de

der staat ist die wirklichkeit der sittlichen idee.

georg wilhelm friedrich hegel


ehe du anfängst, den staat neu zu ordnen, grabe deinen garten dreimal um.

konfuzius


populismus ist geprägt von der ablehnung von machteliten und diversen institutionen, anti-intellektualismus, einem scheinbar unpolitischen auftreten, berufung auf den „gesunden menschenverstand“ (common sense) und die „stimme des volkes“, polarisierung, personalisierung und moralisierung.
populismus betont häufig den gegensatz zwischen dem „volk“ und der „elite“ und nimmt dabei in anspruch, auf der seite des „einfachen volkes“ zu stehen. populismus hat kein bestimmtes, eigenes wertesystem, das seinen ideologischen kern ausmachen und ihn von anderen ideologien abgrenzen würde.  
(vgl. wikipedia)

wo wir auch hinsehen, der unmut vieler menschen ist groß. ob berechtigt oder unberechtigt, sei dahingestellt. 
eines ist jedoch in vielen ländern erkennbar: die mittelschicht erodiert. jene gesellschaftsschicht, die lange zeit für wirtschaftswachstum gesorgt hat.

politiker versprechen vor den wahlen, für ihre wähler zu agieren. und von wahl zu wahl wächst die enttäuschung und die wut der bürger.innen. 
man kann und will nicht mehr daran glauben, dass ehrlichkeit ein gelebter wert ist.

und dann kommen politiker.innen wie h.c. strache, norbert hofer, marine le pen oder donald trump.
und sie alle haben eines gemeinsam.

sie greifen latente ängste auf und verstärken sie.
sie "wissen", wer diese ängste verursacht. es gibt konkrete feindbilder und "schuldige".
sie sprechen von katastrophen, kriegen,
und sie versprechen, die heile welt von gestern wiederherzustellen.

wie einfach!
schuldige sind gefunden, ein feindbild ist geschafft.
der boden für zerstörung ist geebnet.

ich dachte, wir leben im 21. jahrhundert. 
ich dachte, wir haben aus den ereignissen der vergangenheit gelernt.
dass wir miteinander reden, dass wir einander akzeptieren und versuchen, zu verstehen.

ich hoffe immer noch…
ich bete für alle menschen.







Dienstag, 25. Oktober 2016

HERBST

ulrichsberg, oktober 2016
copyright@karin luger

herbst

die blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den himmeln ferne gärten;
sie fallen mit verneinender gebärde.

und in den nächten fällt die schwere erde
aus allen sternen in die einsamkeit.

wir alle fallen. diese hand da fällt.
und sieh dir andre an: es ist in allen.

und doch ist einer, welcher dieses fallen
unendlich sanft in seinen händen hält.

rainer maria rilke



die blätter fallen. 
ein großes symbol für das loslassen.
die natur bereitet sich für den winter vor. 
die zeit der kälte, die zeit des nach innen gekehrt seins. 
jeder herbst ist ein kleines sterben. 
und jeder herbst ist gleichzeitig ein vertrauen auf die wiedergeburt. 
das tiefe wissen um den frühling.

der mensch ist teil dieser natur. ganz egal, wie sehr er sich eine eigene welt erbaut hat, wie sehr er sich hinter beton versteckt und in digitale welten eingetaucht ist.
der mensch ist und bleibt ein teil dieser natur.
und jedes jahr rückt der mensch seinem irdischen ende ein stückchen näher.

wenn die tage kürzer werden, die temperaturen sinken, das wetter rauer wird, dann wäre es angesagt, nach innen zu blicken.
zur ruhe zu kommen. still zu werden.
und sich zu lösen - 
von dingen, die wir nicht mehr brauchen
von verhaltensweisen, die uns schaden
von eigenschaften, die uns behindern…
damit wir uns bereit machen können für den nächsten frühling.
damit wir neu erblühen können, schöner, üppiger, leuchtender als das jahr zuvor.

die jahre vergehen… schnell und schneller…
es wäre schade, wenn du eines tages erkennst, dass du zuviel im außen gelebt hast, dass du zuviel in einer scheinwelt gelebt hast, dass du dich selbst verloren hast.

nimm dir zeit, deine blätter abzuwerfen. 
frei zu werden für neues. 
reif zu werden.


Donnerstag, 20. Oktober 2016

GLÜCK

venedig, italien, oktober 2016
copyright@karin luger





das geheimnis des glücks liegt nicht im besitz, sondern im geben. wer andere glücklich macht, wird glücklich.

andré gide






was bedeutet für dich glück?
oft schon habe ich diese frage gestellt - an mich und an viele andere menschen.
und die antworten sind so vielfältig wie die befragten.
gesund zu sein, in einem freien land zu leben, einen sicheren job zu haben, eine gute partnerschaft zu führen, reisen zu können,…
ganz selten erhalte ich auch die antwort: für mich bedeutet glück, wenn ich zum glück anderer etwas beitragen kann.

wenn ich meine langjährige tätigkeit als investmentbankerin und meine weltreise (2007/08) revue passieren lasse, dann ist eines besonders präsent:
je mehr besitz die menschen anhäufen, umso mehr schrumpft deren hilfsbereitschaft und umso größer wird die angst, etwas zu verlieren.
je mehr du besitzt, umso mehr kannst du verlieren. 
ja, das stimmt.
doch wir wissen auch, dass wir letztendlich gar nichts besitzen werden, wenn wir diese erde verlassen. 
nichts materielles. 
denn materie ist zu 100% mit dem planeten erde verbunden.

mein aufenthalt in ländern wie laos, thailand, kambodscha oder indien hat mich gelehrt. ja, ich kann sagen, dass ich als veränderter mensch nach hause zurückkehrte.
ich war immer schon ein hilfsbereiter mensch und nahm wahr, was in meinem umfeld passierte.
doch ich lernte, dass geben seliger ist denn nehmen. 
dass ich nicht warten muss, bis ich selbst genug besitze, um dann ein wenig an andere zu geben. 
ich lernte (und übe noch immer), dass ich darauf vertrauen kann, wenn ich etwas an andere gebe, dass auch ich etwas bekomme - dann, wenn ich es brauche! 
dies ist der kreislauf des gebens und nehmens.

wohlgemerkt
zuerst kommt geben, dann kommt nehmen
und dazwischen steht das vertrauen.

in den reichen ländern dieser welt scheint mir, dass viele menschen zuerst ans nehmen denken und dann das geben überhaupt vergessen.
ein blick auf die aktuelle flüchtlingssituation sagt alles.

schade, dass so viele menschen an ihrem glück achtlos vorübergehen.
in ihren wertpapierdepots, schmuckkassetten, usw. werden sie das glück leider niemals finden.

am glück anderer teilhaben zu dürfen ist das größte glück, das du erleben kannst.
wenn du es nicht glauben solltest, dann probiere es ganz einfach aus!
ich wünsche dir viel glück!

Montag, 19. September 2016

ÜBERLEBENSFÄHIG?

www.wikipedia.org (tokyo)


das wissen, das wirklich (lebens)wichtig ist: 
wie man wasser reinigt, wie man sein eigenes essen anbaut, wie man kocht, wie man etwas baut 
und wie man liebt.

nichts davon lernen wir in der schule…


www.spiegel.de


es scheint fast so, dass es gewollt ist, dass unser kopf
mit sinnlosem müll vollgefüllt wird, welcher niemals unserem leben dient - damit wir unser leben lang abhängig bleiben von regierungen und unternehmen.

vgl. facebook/davidicke




schon in jungen jahren hatte ich den traum, mich eines tages so weit wie möglich selbst ernähren zu können.
es hat ziemlich lange gedauert, aber seit 3 jahren betreue ich einen großen garten und dies mit voller hingabe und freude. ich kaufe nach wie vor lebensmittel, doch immer weniger im supermarkt, sondern in kleinen läden, die ihre waren direkt von den bauern beziehen. dort gibt es nur das, was eben gerade prodziert wurde. doch es ist wirklich frisch!

städte haben eine magische anziehungskraft. 
mehr jobmöglichkeiten, günstigere wohnmöglichkeiten, kulturelle angebote, kurze wege, beste infrastruktur (schulen, krankenhäuser, ärzte, ämter, geschäfte,…), "geborgenheit" und gleichzeitig anonymität,… die liste ließe sich noch lange weiterführen.

all dies und noch viel mehr macht das leben lebenswert in einer stadt.

für mich hingegen hatte die natur immer die größere anziehungskraft. die erde unter den füßen zu spüren, die vögel zwitschern zu hören. dem rascheln der blätter im wind zu lauschen. den duft der wiese, des waldes,der felder zu riechen.
und nun säe und pflanze und ernte ich… und nicht zu vergessen: ich genieße die früchte meiner ernte - das beste kommt am schluss!

ich lerne jedes jahr ein wenig dazu, was die natur dem menschen bietet: kräuter, beeren und andere früchte, pilze…
so manches lernte ich von meiner mutter, die ein großes wissen über die natur und ihre schätze hatte.

ich freue mich, dass ich mir eine kleine unabhängigkeit geschafft habe. 
ich freue mich, dass ich mich dem LEBEN wieder mehr genähert habe.

wenn du in der stadt lebst und dieses leben liebst - gut so! auch in den städten gibt es unzählige möglichkeit, wieder in kontakt mit der natur zu kommen. etwas anzubauen, zum beispiel in einem hinterhof, auf dem fensterbrett, auf dem balkon,… 
es gibt viele initiativen, öffentliche grünflächen in obst- und gemüsegärten umzuwandeln…

es wird zeit, dass wir alle verantwortung für unser leben, für unsere umwelt übernehmen. 
dass wir wieder überlebensfähig werden!





Samstag, 17. September 2016

FRIEDEN...

südtirol, mai 2016
copyright©karin luger







wenn die macht der liebe über die liebe zur macht siegt, wird die welt frieden finden.

jimi hendrix










der gouverneur der nationalbank, dr. nowotny, spricht diese woche jeden tag kurz vor dem ö1 morgenjournal über geld und leben.
er hat erwähnt, dass wir in österreich seit 71 jahren in frieden leben. das ist die längste friedensperiode seit sehr langer zeit.
ich bin ein kind des friedens. ich kenne krieg nur aus erzählungen, dem geschichte-unterricht oder aus fernseh-dokumentationen.
wie begnadet ich doch bin!

ich habe in kleinen schritten gelernt, frieden mit mir selbst zu schließen… und ich kann es dir wärmstens empfehlen, solltest du dies noch nicht versucht haben. es lohnt sich. jede träne, die du weinst - und es könnten durchaus viele werden - ist ein geschenk, das du dir selbst machst.

ich habe mich angenommen. mit meinen sonnenseiten und auch mit meinen makeln, meinen fehlern, meinen schwächen. von vielen wusste ich ja zunächst gar nicht, dass es sich hierbei um etwas "negatives" handelt. dies wurde mir von meiner umwelt allerdings nachhaltig vermittelt - solange, bis ich es auch wirklich verinnerlicht hatte.
doch heute weiß ich, dass jeder mensch in jeder sekunde ein neues leben beginnen kann. alte denkmuster durch neue gedanken ersetzen, neue verhaltensweisen ausprobieren und wieder neugierig sein. vertrauen entwickeln, dass sich alles zum besseren wendet. lernen, das auszusprechen, was ich möchte… anstatt das, was ich nicht will!

und wenn du in diesem prozess voranschreitest - von tag zu tag mit mehr und mehr freude begleitet - dann wirst du bemerken, dass dich im außen immer weniger stört, nervt und ärgert.
du lernst, deine mitmenschen ebenso zu lieben wie dich selbst.
du wirst spüren, wie sich frieden im herzen breit macht.
und du wirst das bedürfnis entwicklen, dies in deine umwelt hinauszustrahlen - ohne worte!

wenn du friedlich bist, dann wird deine umgebung von dieser positiven herzensenergie erfüllt und ihr alle werdet diese veränderung erkennen!

FRIEDEN - PEACE - SHALOM - SHANTI - SALAM - LA PAZ - MIR - ASHTEE - MALUHIA - HEIWA - KWAM SA - PINGAN - WO'OKEYEH - UKUTHULA - FRED - BARISH - HAU - IRI'NI - POKÓJ


Freitag, 12. August 2016

VERÄNDERUNG

saito-san, sakurambo-hikashine, japan, mai 2014
copyright@luger karin


versuchen sie menschen zu finden, die keine angst davor haben, etwas falsch zu machen und die zu ihren fehlern stehen - weshalb ihre arbeit oft nicht anerkannt wird. 
aber es sind menschen wie diese, die die welt verändern und die, nach einigen irrwegen, etwas zustande bringen, was unsere gemeinschaft entscheidend verändern wird.

paulo coelho (aleph)



allzu oft höre ich menschen sagen: ich muss das ertragen, da kann man nichts ändern
viele menschen haben angst - dass sie verlassen werden, dass sie ihren job verlieren, dass  ihnen andere menschen etwas wegnehmen…
wir lesen vieles, wir hören vieles - das meiste aus zweiter, dritter oder vierter hand. wenn die eigene sicherheit gefährdet scheint, dann neigen menschen dazu, sich in ihr schneckenhaus zurückzuziehen. und der wunsch nach einer "starken" persönlichkeit, die die scheinbar geschwundene stabilität wieder herstellt, wird größer. man möchte das alte, vertraute konservieren. und wer dies verspricht, dem wird das vertrauen geschenkt.

doch die menschheit entwickelt sich unaufhörlich weiter. 
ob wir es wollen oder nicht.  
es braucht menschen, die das große ganze im auge behalten. 
die den mut haben, nach vorne zu blicken. 
und die sich trauen, auch fehler zu machen. 
denn wenn du etwas neues wagst, dann hast du absolut keine gewissheit über das ergebnis. 
du kannst dich irren.

ich frage dich: 
was ist denn so tragisch daran, wenn ich mich irre?
was ist denn so tragisch daran, wenn ich einen "fehler" mache?

es hat doch einen entscheidenden vorteil - ich weiß, dass ich es das nächste mal anders machen werde. und mit jedem versuch werde ich klüger. und vielleicht hilft mir auch jemand, dass ich so manche fehler gar nicht machen brauche!

viele erfolgreiche menschen sind oft gescheitert in ihrem leben.
sie haben weder die flinte ins korn geworfen noch sich selbst bedauert und sich auf sicheres terrain zurückgezogen.
nein, sie haben wieder etwas neues gewagt.

und wie heißt es doch?
wer wagt, gewinnt… und...
beharrlichkeit führt ans ziel.

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