Donnerstag, 20. Januar 2011

VOLLMONDnächte...

kerala, indien, märz 2008
copyright © karin luger
unten macht sich aller abend grauer, und das ist schon nacht, 
was da als lauer lappen sich um die laternen hängt.
aber höher, plötzlich ungenauer, wird die leere leichte feuermauer
eines hinterhauses in die schauer einer nacht hinaufgedrängt,
welche vollmond hat und nichts als mond.
und dann gleitet oben eine weite
weiter, welche heil ist und geschont, und die fenster an der ganzen seite 
werden weiß und unbewohnt.
rainer maria rilke




gestern war vollmond. und ich war wie in so vielen vollmondnächten zuvor nicht ins bett zu bekommen. 
je älter ich werde, umso intensiver spüre ich den einfluss des mondes. es ist, als ob er mich rufte, als ob er mir zuflüsterte: "schau mich an, ich leuchte dir! komm, komm, bleib bei mir!" vielleicht gibt es ihn wirklich - den mann im mond!


was auch immer es ausmacht, ich erlebe vollmondnächte intensiv, inspirierend und erotisch. 
und gestern war wieder einmal eine wunderschöne mondennacht und ohne es geplant zu haben, saßen martina und ich zusammen in einem lokal, dann noch in einem lokal und dann noch in einer cocktail-bar, die glücklicherweise bis drei uhr morgens geöffnet hat.
wir redeten und redeten ... wie wohltuend und berührend ist es doch, mit einem menschen sich auszutauschen, der ähnlich denkt und fühlt. es erleichtert so manches ... das ist kommunikation auf höchstem niveau ... mit null energieaufwand - im gegenteil, dies ist bereichernd und erfüllend!


und weil wir natürlich auch über männer sprachen und es eine vollmondnacht war, tauchten unweigerlich vor meinem geistigen auge bilder auf von einer woche in kambodscha ... eine woche wie aus dem bilderbuch. tony und ich an einem menschenleeren palmenstrand, von der ferne wehte der laue wind das ausgelassene lachen der gäste einer strandparty herüber und der mond über uns tauchte alles in silbernes licht. wir verschmolzen mit dem meer, der ewigkeit, dem augenblick ... 


ich danke für momente in meinem leben, in denen ich total im hier und jetzt verweilen konnte. in denen ich mit allen sinnen lebe.
ich danke deswegen, weil genau diese momente unauslöschlich bis in alle ewigkeit bestehen. weil ich diese momente in all ihrer intensität abrufen kann, wann immer ich will.


weil dann das meer und die leidenschaft ihre wellen über mich spülen ...





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