Freitag, 8. Mai 2015

KREISLAUF...

palma de mallorca, august 2014
copyright@karin luger







der wilde pflückt eine frucht vom baum und isst sie. der bürger einer zivilisierten gesellschaft kauft eine frucht von dem, der sie von einem anderen erworben hat, der sie wiederum von dem kaufte, der sie vom baum pflückte.

khalil gibran






gestern war mein tag voller freude! die sonne hat gescheint, die bäume haben mit den wiesen um die wette geblüht und ich… habe gesät, gesetzt, gepflanzt!

seit vorigem jahr bin ich in der glücklichen lage, gestaltend im kreislauf der natur mitzuwirken. mein freund besitzt einen großen garten und ich darf mich voll und ganz austoben! 
also habe ich dieses jahr kartoffeln, mais, rote rüben, kohlrabi, brokkoli, sellerie, mairübchen, knoblauch, zwiebel, porree, zucchini, gurken, tomaten, paprika, kürbis, erbsen, karotten, salat, mangold, radieschen, wasser- und honigmelonen angebaut bzw. gesät. 
nun heißt es, ein wenig geduld haben, bis sich die ersten triebe zeigen und dann darauf achten, dass die schnecken nicht vor mir satt werden! von zeit zu zeit das zu stark wuchernde unkraut entfernen, später ein wenig mulchen und dann, ja dann beginnt auch schon wieder die erntezeit. bei manchem früher, bei manchem später und viele gemüsearten kann ich den ganzen sommer über bis in den herbst hinein immer wieder ernten.
wenn ich im garten bin, dann vergesse ich die welt rund um mich, dann vergesse ich sogar zu denken! es ist, als ob ich mit der natur verschmelze.

welche wunder vollbringt diese natur!
ich lege ein paar winzig kleine körner in die erde, gieße ein wenig wasser darüber und nach wenigen tagen bohrt sich ein kleiner keimling durch die erde der sonne entgegen, wächst weiter und entfaltet seine eigene natur, wird zu dem, was im samen bestimmt ist.

diesen ganzen prozess zu beobachten, erfüllt mich mit glückseligkeit und großer demut.
und ich erkenne, was es bedeutet, selbst ernten zu können…

welchen riesigen unterschied es ausmacht, diesen kreislauf der natur selbst mitzuerleben und nicht nur in den supermarkt zu gehen und dort zu jeder jahreszeit jedes beliebige obst oder gemüse zu kaufen. 

ich weiß, dass viele menschen keinen garten haben und daher darauf angewiesen sind, die früchte der natur zu kaufen.
doch vielleicht ist es möglich, auf einem wochenmarkt, einem bauernmarkt oder auch direkt von einem bauern obst und gemüse zu erwerben. es macht sinn, ein wenig aufwand zu betreiben, um an frische waren direkt vom erzeuger zu gelangen.
wenn du dies einmal probiert hast, wirst du unterschied erkennen… und wissen, dass sich die mühe oder der umweg lohnen!
damit unterstützt du nicht nur deine gesundheit sondern auch all diejenigen, die vom verkauf dieser waren leben, ihren unterhalt bestreiten.
wenn du direkt kaufst, dann erhältst du lebendige ware und der produzent erhält annähernd das, was seine produkte wert sind.
damit bist du auch wieder teil eines natürlichen kreislaufs!




Samstag, 2. Mai 2015

BETREUUNG von kranken angehörigen...

ausflug des mobilen hospiz teams, wien 2014
copyright©karin luger






jede krankheit ist heilbar,
aber nicht jeder patient.

hildegard von bingen






ich habe gestern und heute gespräche mit frauen geführt, die ihren vater bzw. mutter pflegen. 
ich habe mich 3 jahre lang um meine sehr kranke schwester susanne gekümmert (sie ist 2011 im alter von 41 jahren gestorben und hat ein buch über ihr leben geschrieben: heute bin ich anders - meine mentale wende). neben meinem job als trainerin, coach und unternehmensberaterin arbeite ich auch ehrenamtlich beim mobilen hospiz der caritas rohrbach.
ich habe gelernt, wie man es schafft, eine kranke angehörige person zu betreuen ohne ärger, frust, (selbst)mitleid, schlechtes gewissen(dass ich gesund bin!) und falsches verantwortungsbewusstsein.
ich habe gelernt, ehrlich zu sein, meine grenzen zu erkennen und auszusprechen, dafür zu sorgen, dass es mir gut geht.

solltest auch du jemanden pflegen oder vielleicht vorhaben, dies einmal zu tun, dann bedenke die folgenden punkte!

1. es ist eine bereichernde und erfüllende aufgabe, kranke menschen zu betreuen.

2. niemals ist es die pflicht eines einzigen menschen, sich um eine(n) kranke(n) angehörige(n) zu kümmern (auch wenn der/die kranke dies als selbstverständlich ansieht).

3. pflegende personen haben ein recht auf freude, spaß und unbeschwertheit in ihrem leben, d.h. es ist wichtig, dass sie dafür sorge tragen, sich selbst gutes zu tun.
und es ist noch wichtiger, dass sie genau das der kranken person mitteilen. auch auf die gefahr hin, dass dieser mensch sehr beleidigt ist. das dauert nicht ewig an, es ist ein ausgezeichneter und ausgesprochen wichtiger lernprozess (für alle beteiligten).

4. jeder kranke mensch kann gewisse aufgaben selbständig erfüllen (auch wenn sie noch so minimal und scheinbar unbedeutend sind). das gibt kraft und stärkt das selbstbewusstsein sowie die zuversicht. 

5. am allerwichtigsten ist, dass wir lernen, emphatisch zuzuhören. das erfordert, frei zu werden von den eigenen beurteilungen und denkweisen. emphatisch zuhören bedeutet, dass ich mich in die gefühls- und bedürfniswelt des kranken menschen einfühle und dies als vermutung ausspreche. ich könnte z.b. folgendes fragen:
wenn du merkst, dass du fast nichts mehr selber machen kannst, bist du dann wütend, weil dir unabhängigkeit total wichtig ist?

wenn menschen spüren, dass man ihnen wirklich zuhört und sie auch wirklich verstehen will, dann wird das zusammenleben um so vieles leichter!
damit mein gegenüber erkennt, dass ich sie/ihn wirklich verstehen will, ist es wichtig, dass ich meine vermutung, worum es geht, auch ausspreche. ansonsten können wir beide nicht wirklich wissen, ob das, was ich gehört habe, auch das ist, was die/der andere gemeint hat.
probiere es aus und du wirst wissen, was ich meine!


Freitag, 1. Mai 2015

tag der ARBEIT

udo lindenberg konzert, düsseldorf 2014
copyright©karin luger








die arbeit, die uns freut, wird zum vergnügen.

william shakespeare









die arbeiterbewegung rief den 1. mai zum "protest- und gedenktag" aus - die erste massendemonstration fand am 1. mai 1856 in australien statt. bereits 1907 war in mehr als zwei dritteln der arbeitsverträge der 1. mai als tag der arbeitsruhe geregelt. 1949 wurde der 1. mai als staatsfeiertag eingeführt.

was ist arbeit? philosophisch betrachtet kann man arbeit als das bewusste schöpferische handeln des menschen bezeichnen. die volkswirtschaftslehre erklärt arbeit als einen produktionsfaktor in menschlichen gesellschaften. 

die meisten menschen verstehen unter arbeit erwerbstätigkeit - also eine tätigkeit, die bezahlt wird, mit dem ziel, den lebensunterhalt bestreiten zu können.

und leider empfinden viele menschen arbeit als etwas belastendes, als eine pflicht, etwas unausweichliches, das getan werden muss.

wie wunderbar ist es dann, menschen zu treffen, die mit leuchtenden augen von ihrer arbeit sprechen. die genau das tun, was ihren talenten und neigungen entspricht.

auch ich bin erfüllt von dem, was ich tue. ich freue mich, wenn ich zur arbeit fahre! jeder tag, an dem ich arbeite, lerne ich etwas über andere und über mich. manchmal lerne ich freudvoll, manchmal auch schmerzhaft. ich weiß, dass das leben ein ständiger lernprozess ist. 

die arbeit macht bei vielen menschen einen großen teil ihres lebens, ihrer lebenszeit aus. daher ist es unendlich wichtig, darüber nachzudenken, ob man das, was man gerne tut, was man gut kann, auch im beruf einsetzt.

denn: 
wir können zu jeder zeit den ersten schritt machen. 
etwas ändern im leben. 
den arbeitgeber. 
den job. 
die sichtweise.

Freitag, 17. April 2015

im HAFEN

ibiza stadt, april 2015
copyright©karin luger


in 20 jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die dinge, die du nicht getan hast, als über die dinge, die du getan hast. also löse die knoten, laufe aus dem sicheren hafen. erfasse die passatwinde mit deinen segeln. erforsche. träume.

mark twain





ich sitze gerade im wohnzimmer unseres gemieteten apartments in ibza stadt. vor mir liegt der yachthafen, dahinter erhebt sich majestätisch die altstadt mit der kathedrale sant maria de las nieves (seit 1999 unesco weltkulturerbe).
ganz leicht kräuselt der wind die wellen und der blaue himmel spiegelt sich im meer.
jetzt im april ist es noch ruhig im yachthafen, die boote schaukeln sanft und dösen vor sich hin. da und dort wird bereits sauber gemacht und hin und wieder darf eine yacht das weite meer erschnuppern.

wenn man wind und wetter getrotzt hat, dann freut man sich, endlich in einen ruhigen hafen einlaufen zu können. 
zur ruhe kommen. 
das erlebte verarbeiten. 
einfach nichts tun. 
darauf vertrauen können, dass man sicher und geborgen ist. 

es ist sehr verlockend, dieses vertraute und die wohlige geborgenheit so lieb zu gewinnen, dass man es gar nicht mehr aufgeben will. 
das wissen, dass man von stürmen und untiefen des lebens verschont bleibt, macht die zukunft berechenbar. 
und das macht stark. 
zunächst. 
doch mit der zeit macht es träge und unbeweglich. 

und so gilt es, wieder die segel zu setzen und hinaus zu ziehen in das unbekannte. neues zu entdecken, sich selbst neu zu entdecken…
mit dem wissen, dass ich beizeiten wieder in einem hafen ankern werde, um auszuruhen und kraft zu schöpfen für neue erfahrungen...


Donnerstag, 16. April 2015

auf die HALTUNG kommt es an...

palma de mallorca, august 2014
copyright@karin luger



sobald man über sich hinausgeht, erreicht man das universale - und die größe des menschen. ich kenne keine erhabene haltung, die sich auf das vernünftige gründet.

antoine de saint-exupéry






es stimmt mich sehr, sehr zuversichtlich, dass werte wie empathie, vertrauen und ehrlichkeit immer mehr an bedeutung gewinnen. wir befinden uns in einem deutlichen wertewandel, der auch vor der wirtschaftswelt nicht halt macht. das ist von großer bedeutung. 
viele menschen haben verlogenheit, misstrauen, gier und ängstliche selbstzentriertheit satt. 
ich gehöre auch zu diesen menschen!

im leben geht es nicht darum, alles richtig zu machen. denn daraus erwachsen ungeahnte ängste, die jegliche kreative prozesse hemmen und unterbinden. lange genug wurde uns erklärt, was wir alles tun dürfen und was wir zu unterlassen haben. 
schon als kinder haben wir gelernt, unsere emotionen zu unterdrücken, unehrlich zu sein und das zu tun, was uns befohlen wird.
wir haben nicht gelernt, ein wahrhafter mensch zu sein. doch das ist das einzig erstrebenswerte.
dass wir, wie es antoine de saint-exupéry so wunderbar formuliert hat, über uns hinauswachsen. dass wir uns trauen, ehrlich zu sein. dass wir uns selbst zutrauen, etwas sinnvolles für die welt zu hinterlassen (und uns nicht sofort entmutigen lassen, weil andere diesen mut nicht aufbringen…)

es geht eben nicht darum, dass wir darauf hören, was die anderen sagen. 
es geht darum, dass wir auf unser herz hören. dass wir unserer inneren stimme folgen. das bedarf eines gewissen mutes - ja, das stimmt.

und es bedarf einer inneren haltung
mit dieser inneren haltung achte ich gut auf mich und gleichzeitig auch auf meine mitmenschen. haltung ist eine lebenseinstellung. das englische wort "attitude" ist wohl der passendste ausdruck, um mit einem wort zu beschreiben, was mit haltung gemeint ist.

während meiner ausbildung zur kommunikationstrainerin habe ich gelernt, dass es nicht so sehr auf die "richtigen" worte ankommt, sondern vielmehr auf die "richtige" haltung. dass ich mir selbst und meinem gegenüber einfühlungsvermögen entgegenbringe.
wenn das passiert, dann wachse ich über mich selbst hinaus. dann kann unglaublich schönes passieren...


Sonntag, 8. März 2015

internationaler frauentag

palma de mallorca, august 2014
copyright@karin luger







auch frauen vernehmen den göttlichen ruf, der ihnen nach weisheit zu streben befiehlt… der weiber geschlecht ist nicht von den musen verlassen.

(euripides)







hast du dir auch schon darüber gedanken gemacht, wieso manche menschen es nötig haben, sich über andere zu erheben?
dass sie anscheinend nur dann "groß" sind, wenn sie andere "klein" machen…
dass sie nur dadurch macht erlangen, wenn sie andere unterdrücken…

über jahrhunderte hinweg sind frauen von männern unterdrückt worden.
es gibt unzählige grauenhafte beispiele, wie heute noch frauen gedemütigt, misshandelt, gefoltert und getötet werden. männer, die all dies tun, wähnen sich im RECHT. für sie ist es rechtens und gottgefällig, so zu handeln. ihre lehrmeister waren ihre eltern, verwandten, nachbarn und religionsverteter. sie kommen gar nicht auf die idee, dass daran nur irgendetwas UNRECHT ist…

heute ist weltfrauentag
helfen wir frauen, die nicht das glück hatten, in einem liebevollen elternhaus aufgewachsen zu sein. 
helfen wir männern, die nicht das glück hatten, in einem elternhaus groß geworden zu sein, in dem das weibliche und das männliche gleichermaßen geschätzt wird. 

gehen wir mit einem nachahmenswerten beispiel voran.
indem wir zeigen, dass wir uns selbst lieben.
dass wir uns akzeptieren, so wie wir sind.
dass wir unsere fähigkeiten und talente erkennen - und leben.

dass wir uns freuen, auf diesem wundervollen planeten erde leben zu dürfen.

teilen wir freude und dankbarkeit mit frauen, männern, kindern und allen lebewesen dieser welt!




Freitag, 6. Februar 2015

MÜLL


quelle: www.sueddeutsche.de




die kletterer haben den mount everest in die höchstgelegene müllhalde der welt verwandelt.


edmund hillary





verpackung hat wie alles auf dieser welt sonnen- und schattenseiten. die vorteile liegen klar auf der hand - durch die verpackung sind die produkte geschützt, länger haltbar und auch besser transportierbar. vorteile sowohl für den produzenten, transporteur, verkäufer wie auch für den konsumenten. für den hersteller kommt natürlich auch noch hinzu, dass die verpackung als werbefläche genutzt werden kann.
verpackung ist wichtig - erst dann, wenn der konsument das verpackte verwendet, entsteht das problem mit der hülle. was tun?
in ländern mit einer organisierten müllabfuhr und recyclingstellen kann zumindest ein teil des materials in den kreislauf wieder eingebracht werden und somit auch wertvolle ressourcen geschont werden.


der mount everest ist eines von unzähligen beispielen, wie viele menschen ihre verantwortung ihrer umwelt  gegenüber ganz einfach nicht wahrnehmen. der müll hat sich über jahrzehnte hin angehäuft, ist unübersehbar geworden. kletterer müssen seit 2014 vor dem aufstieg beim basislager 4000 usd als kaution hinterlegen und bekommen diese nur dann zurück, wenn sie mindestens 8 kilo müll bei ihrer rückkehr abgeben.
ob dies wirklich hilfreich ist, frage ich mich… denn wer sich eine besteigung des mount everest leisten kann, für den sind wahrscheinlich 4000 dollar auch noch drin im budget.

egal, ob es sich um müll am mount everest oder unterhalb der sessellifte in den alpinen schiregionen oder am straßenrand oder im meer handelt - es geht immer um die frage: 

will ich verantwortung für mich UND für meine umwelt übernehmen?

es geht darum, dass wir selbst achtsam, rücksichtsvoll und umsichtig agieren.
dass wir als vorbild agieren - für die nachkommenden generationen.

quelle: süddeutsche.de



damit nicht in 200 jahren oder noch später, wenn wir diesen planeten längst verlassen haben, unsere nachfahren achtlos weggeworfenen abfall beseitigen müssen.



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