Donnerstag, 31. Dezember 2020

MEIN 2020


wäre es uns möglich, weiter zu sehen, 
als unser wissen reicht, 
vielleicht würden wir dann unsere traurigkeiten mit größerem vertrauen ertragen als unsere freuden.


rainer maria rilke
 


das jahr 2020 hätte keinen besseren start haben können... vom 1.1. bis zum 6.1. teilte ich zeit und zimmer mit meinem vater im reha-zentrum groß-gerungs. wertvolle tage, denn mein vater war nach seiner herzklappen-op im august 2019 einige male so schwach, dass ich bereits seinen tod nahen sah... doch schlussendlich kam der turnaround, langsam, und die wochen im reha-zentrum waren extrem hilfreich. heute freut sich mein vater wieder seines lebens - in erster linie hat er dies seiner frau renate zu verdanken, die mit extra-portionen geduld und liebe stets hilfreich zur seite stand... ärztin, pflegerin und ehefrau in personalunion! ich bin sehr dankbar, dass es meinem vater wieder so gut geht und hoffe, dass er noch eine erfüllte zeit mit seiner lieben renate verleben darf.

dankbar...

ich könnte 2020 mit dem wort "DANKBARKEIT" untertiteln, denn es gab so viele situationen, in denen ich eine tiefe verbeugung vor gott, dem leben, lieben menschen und mir selbst machte.

mit dem ersten corona-lockdown im märz und april war ich fast ausschließlich im garten - dank des herrlichen wetters. der duft der feuchten erde, des verrotteten laubs, die ersten grünen blätter... mein jahrelang gehegter herzenswunsch erfüllte sich in einer ungeahnten fülle und intensität, dass ich vor dankbarkeit immer wieder tränen in den augen hatte.

der 6. mai war mein absoluter dankbarkeitshöhepunktstag (!) - ich erhielt ein e-mail von herrn dr. blum. ihn haben mein liebster hermann und ich engagiert, um ali, einen flüchtling aus dem irak, bei seinem asylverfahren zu vertreten. ich habe ali 2015 kennen gelernt, als er mit seinem bruder ahmed in ein flüchtlingsquartier nahe ulrichsberg gebracht wurde. und ich habe ihm versprochen, dass ich ihm helfen werde, dass ich alles tun werde, was in meiner macht steht. und wir haben das unmögliche vollbracht. er heiratete im mai 2019 seine liebe marika, obwohl uns von vielen seiten gesagt wurde, dass dies unmöglich sei. und am 6. mai erfuhr ich, dass sich ali am nächsten tag seine aufenthaltskarte bei der bh gmunden abholen könnte. niemand hat damit gerechnet, niemand, außer ich. ali hatte zu diesem zeitpunkt 3 negative asylbescheide, er war bereits aufgefordert worden, sich in einem abschiebungslager einzufinden und der bezirkshauptmann hatte sich geweigert, eine aufenthaltskarte auszustellen. ich weiß heute, dass innere bilder eine so gewaltige kraft haben und dass sie sich verwirklichen, auch wenn es rein logisch betrachtet ein ding der unmöglichkeit ist.

mein inneres bild, mit dem ich jeden abend einschlief: ich sah ali und marika, wie sie zu ihrem auto gingen und sich zu mir umdrehten und winkten. und ich sah, wie ali seine aufenthaltskarte triumphierend in die höhe hielt, eine unsagbare freude und dankbarkeit in seinen augen! dieses bild half mir, zuversichtlich zu bleiben. ich sagte immer wieder zu ali: du wirst deine karte bekommen. wie, das weiß ich nicht. wann, das weiß ich nicht. aber ich weiß, du wirst sie bekommen.

im juni fand unter strengsten corona-sicherheitsvorkehrungen die firmung meines lieben patenkindes leonie statt. im kölner dom. wow. es war eine ganz besondere feier in dieser ehrwürdigen, imposanten kathedrale. auch deswegen, weil jedes firmkind nur die eltern und die firmpatin einladen durfte. ich habe mich sehr gefreut, dass ich dabei sein konnte.

im herbst 2020 war es dann soweit: die digitale welt hielt in meinen beruflichen alltag einzug. beinahe alle meine seminare und trainings waren online abzuhalten. das war schon eine große herausforderung für mich. unterschiedliche medien, unterschiedliche szenarien und die meiste zeit war die einzige person, die ich am bildschirm sah, ICH :)) mittlerweile kann ich sagen, dass ich sattelfest bin und sehr dankbar, dass ich mich meinen ängsten und unsicherheiten gestellt habe. es ist unglaublich erhebend, wenn aus unsicherheit die gelassenheit erwächst. 

über allem oder durch alles spinnen sich die fäden der liebe, sie glänzen im licht der sonne, im nächtlichen schein des mondes... und sie spiegeln sich in hermanns und meiner seele. wie sehr fühle ich mich zutiefst verbunden mit ihm, jeden tag freue ich mich aufs neue, ihn zu sehen. dieses größte geschenk wurde mir zuteil. ich kann es bis heute nicht ganz fassen. die dankbarkeit fließt durch mich. ein strom. energievoll, gewaltig und doch auch so zart und sanft.

DANKE.

Mittwoch, 30. Dezember 2020

JAHRESRÜCKBLICK

in einem paralleluniversum hält das coronavirus eine rede darüber, wie gut 2020 bisher für es läuft.

hazel brugger, juni 2020


wir arbeiten sehr eng mit china zusammen an einer lösung für das corona virus. wir gehen davon aus, dass wir die situation gut unter kontrolle haben.

donald trump, jänner 2020



dieses jahr ist außergewöhnlich, hat viele menschen aus der bahn geworfen, einigen wenigen riesengewinne beschert und alle haben sich mehr oder weniger mit dem corona virus beschäftigt.
und ich denke, mittlerweile ist uns klar geworden, dass ein leben nach der pandemie nicht vergleichbar sein wird mit der zeit vor der pandemie.
doch dieses virus wird uns zuvor wohl noch eine zeit lang in schach halten.

ich habe mir immer wieder gedanken gemacht, wieso sich dieses virus so extrem ausgebreitet hat und in vielen ländern außer kontrolle geraten ist.

einerseits hat es in meinen augen mit dem umgang der menschen mit den tieren auf diesem planeten zu tun. denn es ist ein virus, das vom tier auf den menschen "übergesprungen" ist.
wir könnten sagen, ja klar, weil die chinesen so ein arges volk sind, die sogar wilde tiere essen.
nun, was essen wir? wir essen keine fledermäuse, schlangen und andere wilde tiere... wir essen domestizierte tiere. tiere, die ihr leben keinen sonnenstrahl zu gesicht bekommen, die in ihrem eigenen kot liegen, kaum platz haben, sich umzudrehen, die proteinfutter fressen müssen, antibiotika verabreicht bekommen, damit sie das futter überhaupt vertragen und ihr trauriges schicksal im massenschlachthaus beenden, wo sie die todesschreie tausender ihrer leidensgenossen mitanhören müssen, bis endlich sie an der reihe sind.
diese tiere essen wir. wir, die zivilisierten. 
das MUSS ein ende haben. und wir können es auch SOFORT beenden. indem wir entweder kein fleisch essen oder nur mehr fleisch von tieren, die gesund aufwachsen durften und ein angemessenes, würdiges ende erleben konnten.

heutzutage gibt es keine ausrede, dass wir etwas nicht wissen. 
wir haben verantwortung zu übernehmen. 
verantwortung uns selbst gegenüber, unseren mitmenschen und allen lebenden wesen dieser erde.
es wird zeit, dass wir erwachen aus unser trägheit, bequemlichkeit und ignoranz.
wenn wir es selbst nicht tun, werden wir dazu gezwungen.

und, das ist meine zweite "corona-erkenntnis", es wird zeit, dass wir solidarisch und empathisch eine neue welt erschaffen. dass wir zuerst geben und dann nehmen, dass wir respektvoll miteinander umgehen, dass wir uns selbst lieben lernen, damit wir die menschen um uns in liebe akzeptieren können in ihrem anderssein.
dass wir unser herz für diejenigen öffnen, die unsere hilfe benötigen - ich denke nur an die flüchtlinge auf lesbos oder in bosnien oder in der türkei oder...

und noch eines wurde mir in diesem jahr 2020 klar:
wir brauchen regeln. vereinbarungen, an die sich alle halten. damit wir diese regeln auch beachten, brauchen wir informationen, wozu diese regeln dienen. und es braucht klare konsequenzen für den fall, dass diese regeln nicht eingehalten werden.

dieses virus zeigt unsere schwächen auf:
keine disziplin, mangelnde hygiene, keine solidarität, mangelnde information,...

doch ich bin optimistisch und voller vertrauen.
denn ich weiß, dass sich neben ignoranz und egoismus die blüten der liebe, des miteinanders, der achtsamkeit, der einfühlsamkeit, der zuversicht und kreativität entfalten, sich der sonne entgegen strecken und voller vitalität das jahr 2021erhellen werden!






Montag, 7. Dezember 2020

WUNSCH, VORSATZ und WIRKLICHKEIT

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    der wunsch klug und tüchtig zu erscheinen, hindert uns oft, es zu werden.

francois de la rochefoucauld


die meisten menschen geben ihre laster erst dann auf, wenn sie beschwerden haben.

william somerset maugham



hast du dich auch schon mal gefragt, wieso es so schwierig ist, einen vorsatz in die tat umzusetzen? am abend, manchmal sogar noch in der früh... bin ich fest überzeugt, dass ich heute zur tat schreite. und kaum habe ich gefrühstückt, mich an die arbeit begeben, scheint es, dass das, was ich mir vorgenommen habe, irgendwie entschwunden ist... 

mit den wünschen hatte ich interessanterweise viel mehr glück! viele meiner herzenswünsche haben sich verwirklicht. ja, es ist kaum zu fassen... ich bin mit einem so tollen und liebenswürdigen mann liiert, der all das, was mir wichtig ist, verkörpert. ich darf einen riesigen garten bewirtschaften, ich arbeite selbständig als trainerin und mediatorin, lerne so viele interessante menschen kennen, mein job ist total abwechslungsreich und erfüllend - meine kühnsten träume sind übertroffen worden... 

und so langsam dämmert es mir, wieso sich meine wünsche verwirklicht haben und meine vorsätze sich nicht manifestieren konnten...

meine wünsche waren allesamt innere bilder, innere überzeugungen gepaart mit einem gefühl des glücklichseins, wann immer sie vor meinem geistigen auge auftauchten. dann war es immer so, wie wenn sich der wunsch bereits erfüllt hätte.

meine vorsätze waren und sind eben nur vor-sätze! etwas, das ich zu mir sage. ab morgen esse ich nichts süßes mehr. ab morgen mache ich sport. und jeden tag gibt es ein neues morgen...

also: wenn ich wirklich etwas umsetzen möchte, wenn ich meine eingesessenen verhaltensweisen ändern möchte, dann brauche ich ein bild und keinen satz. 

ein bild, das in mir wirklichkeit erschafft.


Sonntag, 29. November 2020

INNENSCHAU...


 


es ist unmöglich, 

jemandem ein ärgernis zu geben, 

wenn er´s nicht nehmen will.


friedrich von schlegel




heute ist der erste adventsonntag...

mit advent und weihnachtszeit verbinden viele menschen, die in der christlichen tradition aufgewachsen sind, schöne erinnerungen an ihre kindheit. die zeit der vorfreude auf das christkind, der duft der weihnachtskekse, die kerzen am adventkranz, der erste schnee... und so mancher mensch spürt bei diesen gedanken, wie sich die augen mit tränen der freude, der liebe und der dankbarkeit füllen.

advent, die erwartung der ankunft des herrn...

advent, die zeit der stille und innenschau...

vielleicht bekommen wir dieses jahr ein bisschen unterstützung. denn durch die "corona-virus-verordnungen" sind viele menschen gezwungen, zu hause zu bleiben. und anstatt sich zu bedauern und zu beklagen wäre es angebracht, einen blick auf das abgelaufene leben, das eigene verhalten und die beziehungen zu den menschen zu werfen. 

manches auszusprechen, manches niederzuschreiben und manches loszulassen.

ISHIN YOSHIMOTO (1916-1988) könnte dir dabei hilfreich zur seite stehen. er begründete die methode des NAIKAN (nai - innen, kan - beobachten) - eine methode der achtsamen innenschau.

wenn du verärgert bist, gekränkt oder dich in einem konflikt befindest, solltest du 3 fragen beantworten:

1. was hat diese person für mich getan?

2. was habe ich für diese person getan?

3. welche schwierigkeiten habe ich dieser person bereitet?

frage NICHT, welche schwierigkeiten diese person DIR bereitet hat.     

denn nur zu gerne schlüpfen wir in die rolle des armen opfers, das die gemeinheiten des gegenübers erdulden muss. dadurch übergeben wir das steuerrad unseres schiffes einer anderen person und zugleich beklagen wir uns darüber.

also... nimm dir mindestens 1 stunde zeit, suche einen stillen platz auf und beantworte diese drei fragen. schreibe alles auf. danach lies es durch, schließe die augen und spüre in dich hinein. 

das ist eine der besten übungen!

sie heilt deine seele, 

schafft ordnung in deinem inneren, 

weist deinem ego den platz zu, der ihm gebührt.

ich wünsch dir gutes gelingen!



Samstag, 28. November 2020

meine schwester SUSANNE


das geheimnis des glücks liegt in einem selbst....

november...
november 2010...
ich erinnere mich an so viele einzelheiten, wie wenn es gestern gewesen wäre.
meine schwester hat am 11.11.2010 ihre erste lesung aus ihrem selbst verfassten buch "heute bin ich anders - meine mentale wende" gehalten. im michl's café in wien. dann folgten noch weitere 12 lesungen. am 14. märz 2011 starb meine schwester im alter von 41 jahren.

dieses foto habe ich 3 monate vor ihrem ableben gemacht - bei ihrer lesung im café traxlmayr in linz. welche lebensfreude strahlt dieses gesicht aus...
was dies für mich bedeutet hat und noch immer bedeutet, kann ich nicht in worte fassen.
ich habe meine schwester die letzten 3 jahre ihres lebens begleitet. in dieser zeitspanne lagen ihre schwersten stunden und ihre schönsten glücksmomente.
und ich durfte alles mit ihr teilen. die schwärzesten momente und die geburt des bedingungslosen glücks. welche gnade wurde mir zuteil...

vieles an gemeinsam erlebtem habe ich erst jahre später realisiert - die tiefen wie die höhen.
und erst nach ihrem tod begann ich zu erahnen, welch unendlich tragisches schicksal meine schwester zu tragen hatte. manche menschen würden wahrscheinlich mehrere leben benötigen, um diese wiederholten schicksalsschläge und vor allem diese unsäglichen schmerzen tag und nacht zu ertragen.

in ihrem buch beschreibt sie einige episoden ihres schweren lebens, in dem sie beinahe nie die hoffnung verloren hat. und sie schildert auch die schönen, berührenden, erhebenden seiten ihres lebens.

ich bin heute 59 jahre alt und unendlich dankbar für die jahre, die ich mit meiner schwester bis zu ihrem tod verbringen durfte.
das war meine intensivste lehrzeit. 
ich bin gereift. 
habe erkannt, was die wahren werte im leben sind. 
und ich habe gelernt, was empathie wirklich ist. 

ich verbeuge mich vor dieser großen seele.

wenn du mehr über meine schwester erfahren möchtest, dann kannst du bei mir ihr buch bestellen. schick mir einfach ein email mit deinem namen und adresse und ich schicke dir das buch zu.
meine email-adresse lautet: office@luger-karin.at

Dienstag, 27. Oktober 2020

VORSICHT und RÜCKSICHT

http://www.toonsup.de/users/t/trumix/
ruecksicht_nehmen_131209_232050_4.jpg

    
die menschen sind oft unfähig, 
sich in den zustand eines anderen zu versetzen.

simone weil

die frage ist also nicht die, ob die methoden, die wir anwenden, gut oder schlecht sind, sondern ob sie zu erfolg führen. jedenfalls sind wir als nationalsozialistische volksführung jetzt zu allem entschlossen. wir packen zu, ohne rücksicht auf die einsprüche des einen oder des anderen.

joseph goebbels


ich möchte gerne in einer welt leben, in der ich mich selbst entfalten kann. gemeinsam mit meinen mitmenschen. mein erblühen ist umso schöner und bereichender, wenn sich rund um mich ebenso die knospen öffnen.
wie in einer wiese im mai, wo jede pflanze ihren platz hat und den raum, gemeinsam mit ihren mitbewohnerinnen, sich der sonne entgegenzustrecken.

ich wünsche, dass wir menschen erkennen, wie wertvoll jedes einzelne leben ist. jedes wesen, das dieses licht der welt erblickt, braucht liebe, geborgenheit, vertrauen. es braucht raum, um seine innewohnenden talente entfalten zu können.
wir alle tasten uns ins leben hinein, sind verwundbar und stark zugleich.

wir leben in einer unsicheren welt, die vergangenen erfahrungen helfen uns zu überleben. und doch stoßen wir immer wieder an unsere grenzen, sind neuen gefahren ausgesetzt und müssen lernen, uns neu anzupassen.

gerade jetzt, im angesicht einer viruserkrankung, die in nie geahntem ausmaß unser aller leben durcheinander würfelt... gerade jetzt brauchen wir einander. wir müssen wieder lernen, aufeinander rücksicht zu nehmen und vorsicht walten zu lassen. auch wenn manche glauben, dass sie sich nicht infizieren werden. auch wenn einzelne denken, dass es dieses virus gar nicht gibt. 

eine gemeinschaft überbrückt hindernisse nur dann, wenn sie zusammensteht, aufeinander achtet und das gemeinwohl über eigene egoistische befindlichkeiten stellt.








 

Dienstag, 22. September 2020

MORIA

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Moria-4-FC-web.jpg?f=16x9&$p$f=00c8f8e

      

     wo aus übermut sanftmut und 
aus wankelmut wandelmut wird,
     wo aus eigensinn gemeinsinn,
     aus leid mitleid, aus hartherzigkeit barmherzigkeit
    aus vergeltung vergebung, aus sorge fürsorge, 
     aus vorherrschaft partnerschaft und aus dem
     geschöpf mensch das mitgeschöpf wird - 
     da wird aus dem menschen ein mitmensch.

    friedrich schorlemmer


kennst du das buch "die schande europas" von jean ziegler? er hat viele jahre führende positionen in der organisation der vereinten nationen bekleidet. dieses jahr erschien sein buch, in dem er das tragische schicksal der menschen im flüchtlingslager moria beschreibt. man muss schon ein hartes herz haben, wenn man beim lesen dieses buches nicht in tränen ausbricht. und da spreche ich von LESEN...
unvorstellbare zustände im 21. jahrhundert in europa.
zu wenig zu essen, kaum sanitäre einrichtungen, schlafen unter plastikplanen und keine perspektive.

die führende regierungspartei österreichs war und ist nicht bereit, selbst ein paar hundert kinder aufzunehmen. ich schäme mich für diese menschen. 
ja, das lager wurde wahrscheinlich von einigen insassen in brand gesteckt.
darüber kann man denken, wie man will...
doch was ist mit den frauen und den kindern?
sie haben ihr leben riskiert, alles hinter sich gelassen und sind nun von einer hölle in die nächste geraten.

es scheint, dass mit zunehmendem wohlstand die hilfsbereitschaft der menschen sinkt. paradox...
je weniger die menschen besitzen, umso mehr sind sie geneigt, anderen hilfbedürftigen von dem bisschen, was sie ihr eigen nennen, zu geben.
je mehr sie besitzen, desto größer wird die angst, etwas zu verlieren.

covid 19 hat alle im griff - ob arm oder reich. und die wirtschaftlichen folgen sind unabsehbar. viele werden wahrscheinlich ihren job verlieren und auf so manches verzichten müssen. und doch... haben alle ein dach über dem kopf, gute medizinische versorgung und es gibt finanzielle überbrückungshilfen.

die flüchtlinge auf lesbos haben zur zeit nicht einmal genügend zu essen, leben auf der straße und bekommen weder finanzielle noch mentale hilfe. 

geben ist seliger denn nehmen.
wer gibt, dem wird gegeben.

eines tages, früher oder später, werden wir alles materielle zurücklassen müssen.
wir könnten als vorbereitung jetzt beginnen zu teilen.
wir könnten unser herz öffnen und darauf vertrauen, dass für alle genug vorhanden ist.

ich hoffe inständig, dass wir uns besinnen und denen, die am dringendsten hilfe benötigen, zur seite zu stehen - und das sind vor allem die kinder.






    

   

                                             

        

        
 

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