Donnerstag, 4. Oktober 2012

OUTSOURCING...

shi lin, china, jänner 2008
copyright © karin luger








hast du dein hirn mal outgesourct,
ist dir endlich alles wurs(ch)t!

karin luger








es ist ja eine spannende zeit, in der wir leben. 
in der sogenannten westlichen zivilisierten welt sind die menschen bestrebt, so viel wie möglich an tätigkeiten und verantwortlichkeiten an andere menschen oder an maschinen auszulagern (in neuhochdeutsch: outzusourcen). 
diese tendenz kommt aus dem eck der kapitalistischen wirtschaftstreibenden, die ja, wenn es um profit geht, äußerst kreativ sind.
da leider das humankapital (auch eine interessante bezeichnung für menschen mit herz und hirn...) hierzulande zu teuer ist und weil ja auch geiz geil ist, sucht man nach sogenannten billiglohnländern, in denen man ganz viel ganz billig produzieren lassen kann. wichtig ist vor allem der ganz "billige lohn", denn die armen sollen auch arm bleiben. sonst funktioniert ja das mit dem outsourcen nicht mehr so gut.
einmal im wirtschaftsleben erfolgreich verankert kann nun das prinzip outsourcing auch in andere lebensbereiche einfließen.

beginnen wir bei den kindern: 
zwecks mangelnder zeitkapazitäten wird erziehung zumindest partiell an fremdpersonen outgesourct, für freizeitaktivitäten stehen glücklicherweise fernsehgerät und computer rund um die uhr zur verfügung. eventuell auftauchendes schlechtes gewissen wird durch den kauf eingeforderter produkte, die in billiglohnländern hergestellt werden, getilgt.
somit wäre der outsourcing-kreis geschlossen. genial, oder?

enden wir bei den alten menschen: 
zwecks ebenso mangelnder zeit-, aber auch raum- und nervenkapazitäten wird die betreuung alter, gebrechlicher und dementer menschen ebenso an frempersonen outgesourct. personen, die über eine entsprechende ausbildung verfügen, damit sie diese randgruppe der gesellschaft adäquat versorgen kann. dass diese versorgung in dafür eigens geschaffenen häusern erfolgt, versteht sich von selbst.

und wie steht es mit uns selbst, unserem körper, unseren gefühlen, unseren bedürfnissen?
was sourct du out?

ich möchte, dass du einmal darüber nachdenkst, was für dich sinn macht und was nicht.
sei ehrlich zu dir.
vielleicht gibt es das eine oder andere, was du wieder einlagern kannst, z.b. auch deutsche wörter!













Sonntag, 23. September 2012

es IST, wie es IST, wie es IST,...

mond über st. peter am wimberg, dezember 2011
copyright © karin luger







akzeptiere deine grenzen, tue dein bestes und dann lass gott handeln.

austin john









sich ergeben in das, was ist

jetzt, wo ich diesen satz geschrieben habe, finde ich es beinahe amüsant!
es führt mir vor augen, wie sehr wir menschen in unseren konstruktionen, in unserem denken verhaftet sind, dass wir das einfachste der welt anscheinend total vergessen haben. 
und nun werden vielerorts stimmen laut, die meinen, dass akzeptanz der realität erstrebenswert sei - die meinen, dass an diesem "konzept" etwas wahres dran sein könnte!

alle lebewesen dieser welt leben im moment. 
sie leben weder in der vergangenheit noch in der zukunft. 
für all diese lebewesen ist die akzeptanz der realität die basis ihres daseins.
für alle lebewesen dieses planeten - und so auch für den menschen!

was passiert, wenn ich gegebenes leugne?
wenn ich mich vom leben abschneide?
bitte lese nochmals den letzten satz!
..mich vom leben abschneide...

wenn da eine instanz ist, die wir gott nennen,...
dann "hut ab" vor der offensichtlich unendlichen und bedingungslosen güte und liebe! 

zu jenen geschöpfen, denen alle tore offen stehen und die trotzdem vor der mauer stehen und darauf warten, dass sich auf wunderbare weise diese mauer zu einem tore verwandelt! 
und weil eben diese verwandlung nicht geschieht, verliert der mensch den glauben, das vertrauen, die zuversicht, das bewusstsein, dass da "etwas" ist, das über eine intelligenz verfügt, die uneingeschränkt und unbeschränkt walten kann.

um das zu akzeptieren, was ist, braucht es vertrauen und hingabe. 
nicht mehr. 

es braucht keine millionen, 
kein theoretisches wissen, 
keine pläne und szenario-techniken,
keine seilschaften und netzwerke,
keine meetings, blackberries und computer.

indem ich vertraue und mich auf das, was jetzt ist, konzentriere, geschieht es...
die gegenwart wirkt in mich hinein...







Mittwoch, 19. September 2012

FREI sein - was bedeutet das für DICH?

attersee, oberösterreich, august 2012
copyright@karin luger





das geheimnis der freiheit ist der mut.

perikles








was bedeutet für dich freiheit, frei sein?

ich habe mir lange zeit keine gedanken darüber gemacht. 
ich hatte zu tun, war eingebunden in den arbeitsalltag. 
eingebunden? eher eingepfercht. 
keine zeit, mir über solch belanglose inhalte gedanken zu machen.

heute weiß ich, was dieses kleine wörtchen "frei" bedeutet.
heute habe ich auch zu tun - der unterschied ist, dass ich entscheide, was ich tue.
heute weiß ich auch, dass es von essentieller bedeutung ist, sich über zwei begriffe im klaren zu sein: 

verbundenheit und freiheit.

wenn ich in meinem innersten erfahren habe, dass beides miteinander (er)lebbar ist, dann schwinden meine ängste...
denn was unvereinbar erscheint, ist in wahrheit das leben - bindung und freiheit.

das leben! 
mein leben!
dein leben!

in ständigem austausch.
jede sekunde entscheidet sich das leben, zu sein. in liebe verbunden frei zu sein.
das leben fragt nicht, was es kostet, was es "bringt", ob es lust hat oder nicht...

frei sein heißt wohl, aus seinem innersten herzen heraus zu agieren.
ehrlich zu sich selbst zu sein - und - ehrlich zu den anderen.

zu sich selbst zu stehen, auch wenn es nicht immer bequem ist - das macht frei!











Sonntag, 16. September 2012

SINGEN - ein fest für körper, geist und seele

shivananda ashram, südindien, april 2008
copyright © karin luger

ich fürcht mich so vor der menschen wort. 
sie sprechen alles so deutlich aus: 
und dieses heißt hund und jenes heißt haus, 
und hier ist beginn und das ende ist dort.
mich bangt auch ihr sinn, ihr spiel mit dem spott, 
sie wissen alles, was wird und war; 
kein berg ist ihnen mehr wunderbar; 
ihr garten und gut grenzt grade an gott.
ich will immer warnen und wehren: bleibt fern. 
die Dinge singen hör ich so gern. 
ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm. 
ihr bringt mir alle dinge um.

rainer maria rilke




wie anders klingt ein wort, wenn es gesungen wird. 
so anders, als gesprochen. 

ein wort. ein paar buchstaben - aneinander gereiht. 
ich spreche das wort aus. ich weiß, was es bedeutet. 
das wort findet seinen platz in einem satz. 
ein satz. ich spreche ihn aus. 
ein satz inmitten vieler sätze.

du nimmst die gitarre. töne dringen an mein ohr, dringen weiter. 
ins gehirn. die töne erhalten eine bedeutung. in meinem gehirn. 
bilder tauchen auf.
meer...
sonne...
ich schließe die augen.
die salzige luft, der gegrillte fisch...
gerüche der vergangenheit ziehen durch meine nase.
mein herz. ich spüre mein herz...
die saiten der gitarre schwingen und mein herz...
es schlägt im takt und weitet sich, bis über meine rippen hinaus...

und wie durch einen zauberstab berührt dringen aus meinem inneren töne hinaus zu dir.
die töne erfassen die buchstaben. die worte weiten sich. und nehmen all die erinnerungen auf. berühren alle meine sinne.
die töne, meine töne, vereinen sich mit deinen, mit euren tönen. 
wie all die wassertropfen im fluss, der unentwegt dem meer entgegen zieht.

das meer tönt, ich rieche das salz auf deiner haut, ich singe, ich singe, die saiten der gitarre umhüllen mein pochendes herz, wir schwingen, breiten die flügel, die töne, die töne, das wort, es klingt...






Freitag, 31. August 2012

die ESSENZ des lebens...

krumau, august 2012
copyright©karin luger





erkenne deine essenz und du wirst dem ende beiwohnen ohne zu enden.

laotse








was ist die essenz des lebens? 
die essenz meines lebens? 

diese frage ist mir eingefallen, als ich am seerosenteich im schlosspark von krumau stand. als ich eben diese seerose fotografierte.
seerosen - ich liebe und verehre diese vollendeten geschöpfe der natur. wie sie gleichsam über dem wasser schweben, in keiner der welten vollständig zuhause und doch mit allen vertraut.
dem dunklen entwachsen in absoluter reinheit, die makellosen blätter der sonne entgegengestreckt, ohne hast und ohne furcht... vor der nacht, vor dem heranwelkenden ende. 
die seerose - mein sinnbild der essenz des lebens.

das ist es wohl, das auch ich erlernen möchte. 
ich wünsche mir, eines tages all die tiefen und untiefen ausgelotet, die dunklen abgründe durchschritten, das sein vom schein befreit zu haben. 
die liebe von bedingungen und das leben von angst befreit zu haben.

ein prozess, der mit geduld und selbstempathie ganz sicher gelingt. wie lange er auch dauert, ein erfolg ist ihm gewiss.

wie beim kochen einer exquisiten sauce. reduktion ist das zauberwort. nötiges von unnötigem trennen. langsam. in ständiger achtsamkeit. überflüssiges verdampft. was bleibt, ist wohlschmeckende, duftende essenz.

die essenz hat sich befreit von jeglichen unreinheiten. 
die essenz strahlt aus sich selbst heraus.

und so rühre ich meine sehnsüchte, abhängigkeiten, ungeliebten eigenschaften, ängste und dunklen seiten meines ichs... behutsam und einfühlsam. 
und irgendwann, früher oder später, ist das verdunstet, was nicht mehr zu mir gehört.
dann lebe ich die essenz des lebens. 

ich weiß heute noch nicht so genau, wie dies aussehen wird, wie sich dies anspüren wird.
doch ich weiß, dass ich dann strahlen werde, aus meinem reinen herzen. 
wie die seerose im schlossteich von krumau.







Montag, 20. August 2012

er hat keine WAHL...

wien, august 2012
copyright © karin luger





du hast die wahl. 
du kannst dir sorgen machen, bis du davon tot umfällst. 
oder du kannst es vorziehen, das bisschen ungewissheit zu genießen.

norman mailer








warst du auch schon mal in einer situation, in der du dachtest, keine andere wahl zu haben? 

wir haben immer (mindestens) eine wahl. das ist mir noch nicht so lange bewusst. 
das licht ist mir erst aufgegangen, als ich "the work" von katie byron gelesen habe.

in gesprächen mit lock wurde es mir abermals bewusst: unser denken kreiert unsere "wirklichkeit". 
ich denke, also bin ich. 
ich denke, es geht nicht, also versuche ich es auch nicht. 
und schon habe ich mir meine wirklichkeit geschaffen. self fulfilling prophecy.

was passiert, wenn ich denke, dass ich keine wahl habe?
ist es nicht so, dass ich erst gar nicht nach alternativen suche?
dass ich mich blind in "mein schicksal ergebe"?

was, wenn ich denke, dass es unendlich viele möglichkeiten gibt?
nur einmal angenommen...
wenn ich also denke, dass ich aus verschiedenen optionen wählen kann.
okay - jede option hat ihren preis.
und... viele der optionen habe ich noch nie ausprobiert. ich würde also neuland betreten. ungewissheit. angst? 
wovor habe ich angst? zu scheitern? was genau bedeutet "scheitern" für mich - für dich?
ein weiterer denkprozess...
wo bleibt das vertrauen? 

ich weiß, dass ich zu jeder zeit unendlich viele wahlmöglichkeiten habe.
ich weiß, dass mir im moment nicht alle bewusst sind.
ich weiß, dass mein denken begrenzt ist.
ich weiß auch, dass mir mein herz den weg weisen wird.
und ich weiß, dass alles seinen preis hat.
das ist in ordnung für mich.

gott sei dank - ich habe immer eine wahl!






Samstag, 18. August 2012

mit anderen AUGEN...

lock in schönbrunn, august 2012
copyright©karin luger





man sieht nur mit dem herzen gut, 
das wesentliche ist für die augen unsichtbar.

antoine de saint-exupery






noch vor kurzem war ich in sorge, dass der besuch meines schützlings platzen könnte und nun bereiten wir uns schon wieder auf seine heimreise nach peking vor. 
die vergangenen tage waren erfüllt von staunen, freude und genuss. womöglich sogar noch mehr für mich als für lock. 
wir waren an einigen der schönsten plätze österreichs, immer begleitet von herrlichem wetter. mein größter wunsch wurde erfüllt. was bereits im dunkeln als schön erahnt werden kann, entfaltet sich zur wahren schönheit im sonnenschein. dies gilt für den menschen wie für die natur. die sonne bringt alles ans tageslicht, das schöne wie das hässliche. 
und schönheit liegt bekanntlich im auge des betrachters!

wo auch immer ich mit lock spazierte, es war, als ob ich die wohlvertrauten orte aus einer völlig anderen perspektive erblickte.
ich sah alles mit den augen meines herzens.
ich fühlte, wie sich energie in meinem körper ausdehnte, wie sauerstoff meine zellen durchlüftete und wie ich mit leichtigkeit durch den tag schritt.
wie mir alles entgegen zu lächeln schien...
wie intensiv die farben waren, alles rund um uns leuchtete um die wette...
und noch immer hält die strahlkraft an.
auch ich strahle!
ich fühle innere ruhe und zufriedenheit. es ist die freude, einem anderen menschen eine freude zu bereiten. dies vermittelt mir ungeahnte kräfte, die aus meiner dankbarkeit entspringen!









Follower