Dienstag, 23. August 2011

eine laue sommernacht ...


st. peter, august 2011
copyright © karin luger
sommerabend

die große sonne ist versprüht,
der sommerabend liegt im fieber, 
und seine heiße wange glüht.
jach seufzt er auf: "ich möchte lieber ..."
und wieder dann: "ich bin so müd ..."

die büsche beten litanein,
glühwürmchen hangt, das regungslose,
dort wie ein ewiges licht hinein;
und eine kleine weiße rose
trägt einen roten heiligenschein.

(rainer maria rilke)



die sonne ist untergegangen, ein paar rosa wölkchen haben sich im abendhimmel aufgelöst und aus dem kleinen wäldchen nebenan weht eine erfrischende, zarte brise. es war ein wirklich heißer tag, einer der ganz wenigen in diesem jahr. wie gut, dass ich rund um mich wald und wiesen habe - gut für meine lungen, meine augen, meine seele! 

ich sitze da und lausche hinaus in die werdende sommernacht, die grillen zirpen um die wette. es ist so angenehm warm, die laue nacht hüllt mich ein in ihren schwarzen samt. ja, das ist sommer! auch, wenn ich allerhand zu tun hätte, ich lasse es heute abend sein. setze mich hinaus und blicke hinauf zu den sternen, lass mich vom konzert der grillen in eine andere welt tragen. 

in eine welt ohne sorgen, ohne denken. in eine welt, die erfüllt ist von süßen klängen und gerüchen. wo es keine ständigen nachrichten gibt, die all die greueltaten der jüngsten vergangenheit schildern, denn in dieser welt existieren weder vergangenheit noch zukunft.
alles passiert genau jetzt in diesem moment und es ist müßig nachzudenken, wie lange die grillen noch zirpen werden oder wie lange sie schon gezirpt haben. denn, wenn ich zu denken beginne, bin ich nicht mehr teilnehmende am jetzigen geschehen. 
doch genau das möchte ich:

hier sitzen und nirgendwo anders,
dem lauschen, was gerade um mich herum zu hören ist und nichts anderes!

meine seele atmet auf und meine schwester susi winkt mir zu.




Freitag, 29. Juli 2011

wer ist verantwortl-ICH für meine GEFÜHLE?

rose im dezember - li jiang, china 2007
copyright © karin luger
"das ICH existiert einzig auf der ebene des denkens. von seinen wirklichen GEFÜHLEn ist der mensch total getrennt. was sie heute für GEFÜHLE halten, sind gedanken über GEFÜHLE, es sind nicht die GEFÜHLE selbst."


theo fischer, wu wei








hast du dieses zitat gelesen? 
was heißt das: was wir als ein gefühl erkennen, ist nicht das gefühl selbst, sondern unsere gedanken darüber.


ich habe schon einige male über dieses thema geschrieben. und ich kann mich gar nicht oft genug wiederholen. weil es mir sooo wichtig ist. weil ich mir wünsche, dass du das, was du hier liest, verinnerlichst. weil dann so manches wunder passieren kann.


gefühle sind REaktionen auf unsere gedanken. 
denken wir: so ein toller sonnenuntergang - spüren wir ein angenehmes gefühl... so etwas wie freude, dankbarkeit, euphorie, zufriedenheit oder leichtigkeit.
denselben sonnenuntergang könnten wir aber auch mit einem traurigen erlebnis verbinden, wir könnten z.b. denken: das war der letzte urlaub mit meiner partnerin/ meinem partner, danach hat er/ sie mich verlassen - das darauf folgende gefühl würdest du dann eher als traurig, wütend, frustriert, leer, enttäuscht oder desillusioniert bezeichnen.


wie auch immer ich eine wahrnehmung (z.b. die sonne geht unter) interpretiere, dementsprechend stellt sich meine gefühlswelt ein.
so geht es mir auch, wenn eine andere person etwas sagt, etwas tut. ich ordne es in mein bewertungsschema ein. gut, schlecht, freundlich, unfreundlich, usw.
üblicherweise bereitet mir meine gefühlsregung als folge auf eine positive bewertung keinerlei probleme. 
doch wie sieht es aus, wenn mein gegenüber mich beleidigt? womöglich noch absichtlich?
da kann meine gefühlswelt doch schon ganz ordentlich in bewegung geraten...
da wogen meine gefühlswellen und in den schaumkronen sitzt mein ärger über diesen menschen.


ich glaube, wir alle kennen solche situationen.
wenn uns nun ein mensch beleidigt, was ist unsere reaktion?
nun, entweder das imperium schlägt zurück oder die schnecke zieht sich in ihr schneckenhaus zurück oder wir tun so, als ob wir nichts gehört haben, aber innerlich lodert das feuer.
wie auch immer wir reagieren, wir zweifeln nicht daran, dass der andere schuld an unserem gemütszustand ist. 


kannst du dich erinnern, dass du selbst einmal zu jemandem etwas gesagt hast - in der entferntesten absicht, diesen menschen zu kränken - und dieser mensch ist beinahe explodiert? und du warst total verwundert über diesen heftigen gefühlsausbruch?


bitte bedenke immer - unsere gefühle sind reaktionen auf unser denken. daher ist niemand schuld. und wir müssen uns auch nicht rächen.
wir können in unserem inneren nachsehen, was genau unser gefühl ausgelöst hat. 
dann passiert nämlich etwas ganz wichtiges: ich lenke so meine aufmerksamkeit auf mich und kann so erforschen, was jetzt für mich wichtig ist, was ich jetzt brauche.
meine aufwallenden gefühle können sich beruhigen und ich kann danach eine klare aussage treffen.


ich übernehme verantwortung für meine gefühle.
niemand ist schuld für meine gefühle.
meine gefühle bitten mich, bei mir selbst nachzusehen, was ich brauche.
und nicht, dass ich den anderen verantwortlich machen soll!

Sonntag, 24. Juli 2011

WASSER, unser lebenselixier

maui, usa - oktober 2007
copyright © karin luger
"wir horchen staunend auf, wenn eine nasa-sonde wasser auf dem mars entdeckt haben soll - aber wir haben verlernt zu staunen über das wasser, das bei uns so selbstverständlich aus dem hahn fließt."


(horst köhler)








bis vor wenigen tagen zählte ich mich zu jenen, die wasser als selbstverständliche, im übermaß vorhandene ressource betrachten. im eigenen haushalt. hier in österreich, an einem regennassen tag im juli, denke ich normalerweise nicht daran, dass wasser für viele menschen das kostbarste gut ist. ich drehe den wasserhahn auf, wasche das geschirr, dusche, spüle die toilette, gieße die blumen... all diese aktivitäten erfolgen üblicherweise ohne nachdenken, überlegen...


ja, bis vor wenigen tagen eines nachmittags das unglaubliche passierte. ich drehte den wasserhahn auf ... und es kam nichts. kein einziger wassertropfen war dem hahn zu entlocken. 


auf einmal waren all meine vergangenen erlebnisse wieder präsent. 


als ich in einem hotel inmitten der wüste marokkos im badezimmer stand und es nicht fassen konnte, dass hier wasser aus dem hahn floss. und ich mich nicht duschen konnte. rundherum war wüste, nichts als dünen, sand und staub. die menschen hier gingen weit, um zu wasser zu gelangen. die frauen trugen es in krügen nach hause. und ich sollte den wasserhahn aufdrehen und mich duschen. ich empfand es als frevel. ich hätte mich wohl nach dem duschen schmutziger gefühlt als vorher.


ich erinnerte mich an meine tage im anza borrego nationalpark im süden kaliforniens. wie ich die tiere bewunderte, die trotz dieses kargen umfeldes ein auskommen fanden. wie seltsam berührt ich vom sonnenuntergang war. und wie ich fasziniert war von den bildern, die den so kurzen, dafür umso intensiveren frühling zeigten, wo die blumen um die wette blühten.


und es zogen vor mein geistiges auge die erlebnisse aus dem dschungel thailands. die dörfer tief im urwald, verborgen und geschützt. dort, wo für mich das waschen ein zeremoniell war. wo ich zutiefst ergriffen war vom leben dieser menschen, von den menschen selbst.
und auch die erinnerung an meine darminfektion kehrte zurück - ich trank deren wasser. mein körper duldete wohl nur chemisch gereinigtes wasser


all diese erinnerungen und noch einige mehr zeigten mir auf, das ich bereits wieder im bequemen alltag fuß gefasst hatte. dass ich so vieles - nicht nur den gebrauch des wassers - wieder als selbstverständlich ansah. dass ich bereits wieder vergessen hatte, mich zu bedanken für all die fülle, die mich umgibt.


so bin ich dankbar dafür, dass ich wieder daran erinnert wurde, wie kostbar wasser ist.


dankbar dafür, dass ich bemerkt habe, wie schnell ich ins unbewusste abgeglitten bin.
und ich danke dafür, dass ich zu jedem augenblick mein leben bewusst(er) leben kann.

Sonntag, 10. Juli 2011

wie im HIMMEL...

california, nappa valley september 2007
copyright © karin luger







"ich bin mein himmel und meine hölle."
(friedrich schiller, die räuber)









www.youtube.com/watch? v=Uf6HC9xN7Wo&feature=related

hast du den film "wie im himmel" gesehen? 
für mich war und ist es einer der berührendsten filme. 
und dieses lied, das du im oben angeführten link hören (und sehen) kannst, ist in jeder hinsicht der höhepunkt.


wann spüren wir, dass wir leben? und wie leben wir unser leben? 
wie oft kannst du am abend sagen, dass du dich so richtig gespürt hast, dass du verbunden mit (einem) anderen menschen warst?
dass du dankbar warst, weil du dir treu geblieben bist?


ich habe mich in den letzten vier jahren schritt für schritt meinem wahren leben angenähert. ich wusste nie ganz genau, wie dieses wahre leben aussehen sollte. 
ich lernte zu vertrauen. dass genau das geschieht, was für mich wichtig ist. 
und ich lernte, nicht gleich im vorfeld zu bewerten, was gut und was schlecht für mich sein könnte.


weil mein kleines hirn ohnehin nur minimale ausschnitte der gesamten komplexität meines lebens erfassen kann. 
was auch immer mein hirn konstruiert, es kann wohl nicht mehr als ein modell der wirklichkeit sein. ein modell mit ein paar variablen, ein paar konstanten und ein paar szenarien. ein zurecht gezimmertes modell, das sicherheit vermitteln soll. 
weil ich mir - wie du dir vielleicht auch - gewissheit wünschte. gewissheit, dass alles "gut" gehen würde. dass ich keinen schmerz spüren müsste. 
ich wollte die "hölle" aussperren und nur den "himmel" erleben...ohne zu wissen, was die beiden voneinander unterscheidet. ich weiß es heute auch noch nicht. doch ich will es auch nicht mehr wissen. wie so vieles andere auch. 
ich will nicht mehr wissen, wie viele menschen auf den straßen ums leben kommen, wer wen ermordet hat und was welcher politker gesagt oder unterlassen hat, um wie viele punkte der dow jones gestiegen oder gefallen ist.


ich will das leben spüren - meines - und wenn du möchtest, auch deines. möchte jetzt leben. und mich nicht darüber zu informieren, was gestern geschah. mich nicht mit etwas beschäftigen, das längst der vergangenheit angehört und nicht mehr relevant ist.


ich möchte gestalten und gestalt annehmen. 
das leben geschehen lassen, ohne mir gedanken machen zu müssen, ob dies gut oder schlecht für mich ist.


ich möchte spüren, dass ich lebe. damit ich eines tages, wenn ich von hier gehe, sagen kann, dass ich GELEBT habe.





Sonntag, 26. Juni 2011

GEHEN ...

meine freundin maria auf dem pilgerweg nach maria zell
copyright © karin luger, mai 2010


ich gehe langsam, aber ich gehe nie zurück.

abraham lincoln










die letzten tage bin ich viel gegangen, bergauf, bergab, über stock und stein.
ich bin in der natur gegangen, in den schladminger tauern. kein auto, kein handy, kein computer, keine häuser, keine geräusche außer das rauschen der wasserfälle und bäche. 


gehen ... wie dankbar bin ich, dass ich gehen kann.
und alles, was ich in diesen tagen benötigte (und noch so manches mehr...), trug ich selbst. 
gehen - einen schritt vor den anderen setzen, sich fortbewegen, vorwärts kommen, perspektiven verändern können, sich überraschen lassen, sich anpassen an unterschiedliche verhältnisse... 
gehen, wahrhaftes gehen lehrt das leben. 
gehen lehrt, meine umgebung wahrzunehmen und die entsprechenden schritte zu setzen. im vertrauen darauf, dass mich jeder schritt näher an mein ziel bringt.
der weg ist das ziel.
ich kenne das ziel, lasse es los... und gehe meinen weg.
schritt um schritt.
ich blicke zurück, mache eine verschnaufpause, schöpfe frische kraft für die nächste etappe.


gehen ist nicht eilen, hasten, hetzen, laufen, rennen.
wenn ich gehe, entschleunige ich.
dann, erst dann kann ich wieder wahrnehmen. meine umwelt und mich. vor allem mich.
ich atme ein und aus, setze meine schritte.
ich synchronisiere atmung und gehen
mein kopf wird leer...






Freitag, 3. Juni 2011

was sagt mir mein ÄRGER?

Otting, Deutschland - Jänner 2011
copyright © karin luger




das ärgerliche am ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nutzen.

kurt tucholsky







ich freue mich, wenn ich mich ärgere.
du fragst dich jetzt vielleicht, was das soll. 

ja, so ist es! doch das war nicht immer so!

seitdem ich mich dem thema kommunikation mit meinem ganzen herzen widme (mit meinem kopf tue ich dies schon seit jahrzehnten!), habe ich begonnen, mir selbst mehr und mehr empathie zu geben. und im laufe dieses selbstempathie-prozesses habe ich mich selbst besser und besser kennen gelernt. 
ich habe hinter meine kulissen gesehen. 
das war nicht immer angenehm und schon gar nicht lustig. 
was sich hinter meinen kulissen vorfand, das waren tiefere, intensivere, stärkere gefühle als der ärger.
da fanden sich bittere enttäuschung, tiefe trauer, frustration und sehr oft angst.
all diese gefühle hatten und haben nur mit mir selbst zu tun. niemals mit einer anderen person. auch nicht mit der person, über die ich mich gerade ärger(t)e. diese erkenntnis nahm geraume zeit in anspruch und beanspruchte ein großes maß an empathie.

die person, über die ich mich ärgere, zeigt mir, dass ICH mich ärgere. dass das verhalten dieser person MEINE Gefühle in wallung bringt. andere menschen mögen durch jenes verhalten völlig unberührt bleiben, vielleicht sogar amüsiert, aber auf jeden fall nicht verärgert. demnach hat es mit mir selbst zu tun!
der andere ist auslöser für etwas in mir, das danach verlangt, angesehen und gewürdigt zu werden. hinter jedem ärger steht eine bewertung, eine beurteilung. das ist der schlüssel. 


ich merke, dass ich mich ärgere und höre mir zu, was ich über die andere person sage:
ignorant, respektlos, schlampig, unpünktlich, überheblich, egoistisch, dumm, faul, undiszipliniert, kompliziert, unachtsam, oberflächlich,...
was auch immer ich mich sagen höre - es ist die botschaft meines herzens, das soeben merkt, dass ein wichtiges bedürfnis nicht erfüllt wird: beachtet werden, respektiert werden, ordnung, pünktlichkeit, sich auf gleicher augenhöhe begegnen, hilfsbereit, klugheit, fleiß, disziplin, einfachheit, achtsamkeit, auseinandersetzung mit allen facetten des lebens,...


wenn ich dies einmal erkannt habe, dann habe ich einen wichtigen schritt gemacht. nun kann ich nochmals neu auf die situation blicken und darauf achten, welches gefühl nun aufsteigt, wenn ich an dieses unerfüllte bedürfnis denke. und oft tauchen auf einmal  erlebnisse aus früheren zeiten auf. und oft sind dies schmerzhafte erlebnisse, die ich verdrängt hatte. 
jetzt habe ich genügend abstand und kann all die gefühle und gedanken beobachten, wie sie kommen und gehen, auf- und niederwallen. und ich habe die freiheit, von diesen alten verwundungen loszulassen. vergangenes in der vergangenheit zurücklassen. 


das ist meine freude.
denn mit jedem ärger, dem ich auf den grund gehe, werde ich freier!




Freitag, 27. Mai 2011

ein reinigendes GEWITTER...

gewitter im botanischen garten in singapur
copyright © karin luger, märz 2008



thunder is good, thunder is impressive. but it is the lightning that does the work.

mark twain







manchmal ist ein gewitter unausweichlich. es reinigt die atmosphäre. damit sich die aufgestaute spannung lösen kann. das gewitter ist quasi eine blitz-lösung. danach ist das gleichgewicht wieder hergestellt. doch nicht ohne spuren hinterlassen zu haben. spuren der zerstörung. weil die zerstörung bereits vor dem gewitter ihre samen gesät hat. und die zerstörung erfolgt durch den blitz, nicht durch den donner. der donner ist der lautstarke begleiter der entladung. er rüttelt auf.
zuerst hörst du nur ein fernes grollen, unbedeutend. manchmal bleibt es auch dabei. aber manchmal kommt das gewitter genau auf dich zu, direkt, und entlädt sich genau über dir. wie gut, wenn du dich dann in einem geschützten bereich aufhältst, damit du den naturgewalten nicht ausgesetzt bist. wenn dich nur der krachende donner an die urkraft erinnert, die der blitz in sich trägt.


die erscheinungen der natur spiegeln sich im menschlichen dasein wider. um des lieben frieden willens schweigst du allzu oft. wenn du wirklich ehrlich wärst, müsstest du dem anderen mitteilen, dass da ein wichtiges bedürfnis zu kurz gekommen ist. doch du willst ja nicht kleinlich sein und so sagst du nichts. zunächst ist dieses schweigen auch ohne jegliche nachwirkung. das unerwünschte verhalten des anderen war wohl eine eintagsfliege, nicht erwähnenswert, kein problem. du vergisst diese angelegenheit. beinahe. ein ganz klein wenig unangenehmes gefühl bleibt zurück. irgendwo im hintersten herzenwinkel. 


der beziehungshimmel scheint ungetrübt, bis wieder ein ereignis an dieses unangenehme gefühl erinnert. damit die sonne weiterhin vom himmel scheinen kann, wird auch dieses mal darüber hinweg gesehen. ein wenig ärger ist schon da. nur ein klein wenig. man wird doch nicht aus einer mücke einen elefanten machen. 


es beginnt sich spannung aufzubauen. du beginnst, den anderen unter einem gewissen blickwinkel zu beobachten. diese beobachtung ist nun von (vor)urteilen geprägt, du beginnst, in die unterschiedlichsten aussagen deine interpretationen einfließen zu lassen. der ärger steigt. die anspannung ebenso. und irgendwann, für den anderen völlig unvorhersehbar und überraschend, bricht sich dein ärger bahn. ein gewitter der emotionen entlädt sich. blitze des ärgers, des frusts, der enttäuschung werden ungesteuert gegen den anderen gefetzt. manche streifen die peripherie, manche verfehlen ihr ziel und manche treffen ins herz. 
und weil du sicher sein willst, dass deine botschaft auch wirklich gehört wird, ist deine stimme um einiges lauter als üblich. sie donnert.


irgendwann lässt die anspannung nach. vielleicht weinst du. vielleicht auch nicht. irgendwann versöhnst du dich. dann ist die luft wieder klar. du kannst wieder frei atmen. wie lange?


gewitter haben zerstörerisches potenzial. sie hinterlassen wunden.


es steht in deiner macht, sofort zu sagen, was du empfindest und was dir wichtig ist. 
es steht in deiner macht, nein zu sagen.
es steht in deiner macht, ehrlich zu sein.



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